Aktualisiert 04.09.2013 16:41

Angst vor ElektrosmogLehrerin kündigt – wegen interaktiver Wandtafel

Weil an ihrer Schule elektronische Wandtafeln eingeführt worden sind, hat eine Thurgauer Pädagogin gekündigt. Sie habe unter dem Elektrosmog gelitten, sagt sie.

von
lüs

Das Gekratze von Kreide ist an Schweizer Schulen immer seltener zu hören: Neue, interaktive Modelle ersetzen zunehmend die herkömmliche Wandtafel. Dank ihrer Funktionen können die neuen Boards nicht nur wie eine Wandtafel genutzt werden, sondern ersetzen auch Hellraumprojektor und Fernseher.

In Frauenfeld TG sind solche interaktiven Wandtafeln bereits im Einsatz. Doch eine Lehrerin hatte keine Freude am innovativen Unterrichtsmittel: Sie reichte die Kündigung ein – mit der Begründung, sie leide unter dem Elektrosmog, den die Wandtafel ausstrahle.

«Für Menschen unbedenklich»

Frauenfelds Schulpräsident Andreas Wirth glaubt jedoch, dass die Geräte bezüglich Elektrosmog kein Problem darstellen: «Darauf haben wir bei der Ausschreibung für das Projekt viel Wert gelegt», sagt er gegenüber der «Thurgauer Zeitung».

Auch bei der Firma Mobil Werke AG aus Berneck, welche die Tafeln vertreibt, heisst es, von dem Produkt gehe keine Gefahr aus. Marketingleiter Claudio Frisenda: «Nur die Oberfläche ist elektromagnetisch – dort entstehen Strahlenfelder. Diese sind für Menschen aber unbedenklich.»

Anders sieht dies Markus Lauener, Präsident des Dachverbands Elektrosmog Schweiz: «Menschen reagieren auf alles, was strahlt.» Die Auswirkungen seien bei jedem anders. Er gibt zu bedenken: «Ich könnte mir vorstellen, dass die Lehrerin stärker von der Strahlung betroffen ist als beispielsweise ein Schüler, da sie ja direkt neben dem Gerät steht.»

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