Aktualisiert 11.01.2010 09:57

Laupen

Lehrerin schwänzt Kurs: Verweis

Eine Lehrerin der Primarschule in Laupen BE hat einen zweitägigen, obligatorischen Kurs geschwänzt. Die Schule rügte sie daraufhin mit einem schriftlichen Verweis. Das Verwaltungsgericht hat diesen Entscheid nun bestätigt.

Konkret ging es um eine Retraite, die während der Sommerferien am 5. und 6. August 2008 stattfand. Die Lehrerin stand dieser ausserschulischen Veranstaltung für das gesamte Kollegium schon kritisch gegenüber, als im März das Datum für die Durchführung bekannt gegeben wurde.

Arbeit an der Dissertation

Schliesslich meldete sie sich vier Wochen vor der Retraite mit einer E-Mail an den Kursleiter definitiv ab. Sie habe keine Zeit, da sie an ihrer Dissertation weiterarbeiten müsse, machte die Lehrerin geltend.

Nach dem Kurs entschied die Schulkommission, der Lehrerin einen schriftlichen Verweis zu erteilen. Diese habe keinen konkreten Hinderungsgrund angeben und durch ihr unentschuldigtes Fernbleiben ihre Dienstpflichten vorsätzlich verletzt. Dagegen erhob die Lehrerin Beschwerde.

Die bernische Erziehungsdirektion wies die Beschwerde jedoch ab. Zudem beschloss sie, der Lehrerin die Verfahrenskosten von 500 Franken zu übertragen. Die Beschwerdeführerin gelangte danach ans Verwaltungsgericht.

Arbeit an Dissertation planbar

Dieses bestätigte den schriftlichen Verweis gegen die Lehrerin. Die Arbeit an einer Dissertation sei gut planbar und stelle kein Grund dar, der obligatorischen Retraite fernzubleiben.

Gründsätzlich müssten zwar ausserschulische Kurse mindestens neun Monate im voraus angekündigt werden, schreibt das Verwaltungsgericht in seinem Urteil. Das sei jedoch nur eine Ordnungsfrist, die nach Möglichkeit einzuhalten sei. Im vorliegenden Fall hätten die fünf Monate ausgereicht.

Recht gab das Verwaltungsgericht der Beschwerdeführerin aber bezüglich der Kosten für das Verfahren vor der Erziehungsdirektion. Solche Verfahren seien in der Regel kostenlos. Allerdings muss die Lehrerin die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht (2000 Franken) übernehmen.

(sda)

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