Luzerner Schulen: Lehrermangel: Müssen Deutsche einspringen?
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Luzerner SchulenLehrermangel: Müssen Deutsche einspringen?

Für das neue Schuljahr, das nach dem Sommer beginnt, fehlen im Kanton Luzern fast 70 Lehrer. Nun hofft man auf Junglehrer. Möglich ist auch, dass in Deutschland rekrutiert wird.

von
mme
Im Kanton Luzern gesucht: Lehrerinnen und Lehrer für die Volksschule.

Im Kanton Luzern gesucht: Lehrerinnen und Lehrer für die Volksschule.

An den Luzerner Volksschulen sind derzeit noch 67 Stellen für Lehrer unbesetzt. Es mangelt vor allem an Lehrern für den Kindergarten und die Basisstufe. «In den letzten Jahren hat die Geburtenrate deutlich zugenommen, leider aber nicht in gleichem Mass die Zahl der Studierenden. Deshalb haben wir einen Mangel in diesen Bereichen», sagt Charles Vincent, Leiter der Dienststelle Volksschulbildung.

Aktives Stellenmarketing

Damit die offenen Stellen rechtzeitig besetzt werden können, wird die Dienststelle nun aktiv: Sie will an Pädagogischen Hochschulen «aktives Stellenmarketing» betreiben – beim Kanton hofft man, die offenen Stellen mit Junglehrernbesetzen zu können.

«Wir werden an Hochschulen in anderen Regionen vermehrt auf die freien Stellen hinweisen», so Vincent. Denn etwa in St. Gallen oder Zürich seien eher Sekundarschullehrer gesucht. Deshalb sei die Chance gross, Lehrer für den Kindergarten und die Basisstufe aus diesen Kanton gewinnen zu können. Rekrutieren wolle die Dienststelle in erster Linie via Internet. «Diese Methode ist am effizientesten – das hat sich in den letzten Jahren gezeigt.»

Auf der Suche nach Deutschen

Die Dienststelle sieht noch eine zweite Möglichkeit, um Lehrer anzuwerben: «Wir werden noch 10 bis 14 Tage zuwarten, dann versuchen wir an die Hochschulen im süddeutschen Raum zu gelangen, um dort Lehrer zu rekrutieren», so Vincent weiter. Man wolle geografisch nahe bei der Schweiz bleiben, denn die Lehrer aus diesen Regionen seien in der Regel gut über das Bildungssystem in der Schweiz informiert.

Natürlich sei das Schulsystem im Nachbarland etwas anders. Doch: «Wir suchen dort nach Lehrpersonen aus den Grundschulen - das ist in etwa der gleiche Ausbildungsstand wie bei uns der Kindergarten oder die Basisstufe.» In Luzern würden die Lehrer dann noch eingearbeitet werden, erklärt Vincent. «Wir hatten in den letzten Jahren immer wieder in einzelnen Stufen zu wenig Lehrer. Mit den Studierenden aus Deutschland haben wir bisher gute Erfahrungen gemacht.» Wenn nur schon eine Handvoll ausgebildeter Deutscher nach Luzern kommen würde, sei man schon zufrieden, so Vincent weiter.

Auf sprachlicher Ebene sieht Vincent kein Problem: «Die SVP Initative ‹Für Mundart im Kindergarten› wurde im September 2013 vom Stimmvolk abgelehnt. Also darf in den Kindergärten Standarddeutsch gesprochen werden.» Ausserdem sei das für die Kinder kein effektives Thema, denn sie würden häufig schon sehr gut Hochdeutsch verstehen und sprechen.

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