Lehrling ging mit Hammer auf Lehrmeister los: Freispruch
Aktualisiert

Lehrling ging mit Hammer auf Lehrmeister los: Freispruch

Ein 19-jähriger Mann, der seinen Lehrmeister mit einem Hammer schwer verletzt hatte, ist vom Jugendgericht des Kantons Zug heute vom Vorwurf der versuchten Tötung freigesprochen worden. Er war zur Tatzeit nicht zurechungsfähig.

Das Gericht ordnete stattdessen eine erzieherische Massnahme an. Der damals 17-Jährige lebt bereits seit einem Jahr in einem Heim und bereut die Tat. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Der Lehrling hatte während eines schweren psychotischen Schubs im Februar 2006 seinen Chef in dessen Büro von hinten mit einem Hammer attackiert. Er schlug dem Mann mehrmals auf den Kopf und verletzte ihn schwer, aber nicht lebensgefährlich.

Laut dem psychologischen Gutachten habe sich die Erkrankung des Lehrlings, eine Form der Schizophrenie, zwar abgezeichnet, sei aber am Tag der Tat erstmals derart stark aufgetreten. Deshalb sei er nicht mehr voll handlungsfähig gewesen.

Die Staatsanwaltschaft beantragte zunächst, den Mann trotz eingeschränkter Zurechnungsfähigkeit wegen versuchter Tötung zu verurteilen. Nach einer Präzisierung des Gutachtens folgte sie aber der Verteidigung und plädierte ebenfalls auf Freispruch.

Das Opfer ist laut einem Vertreter körperlich wieder gesund, leide aber psychsich noch unter der Tat. Seine Entschädigungsforderung verwies das Gericht auf den Zivilweg.

(sda)

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