Lehrling wegen Mordes an 46-Jähriger vor Gericht
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Lehrling wegen Mordes an 46-Jähriger vor Gericht

Wegen Mordes an einer 46 Jahre alten Frau muss sich seit Mittwoch ein Lehrling vor einer Jugendkammer des Stuttgarter Landgerichts verantworten.

Oberstaatsanwalt Bernhard Häussler sagte, der junge Mann habe aus niedrigen Beweggründen gehandelt. Ausserdem habe er mit dem Mord eine andere Straftat verdecken wollen. Der Auszubildende hatte die Frau in einem Parkhaus bemerkt, nachdem er in einem Auto die Seitenscheibe eingeschlagen und es nach Wertgegenständen durchsucht hatte.

Häussler sagte, der Angeklagte habe die Frau vergewaltigt und sie dann mit Schlägen misshandelt. Die Frau sei an den schweren Verletzungen gestorben. Die Frau verkehrte im Obdachlosenmilieu. Der junge Mann war zum Tatzeitpunkt 17 Jahre alte. Die Ermittler hatten zuerst zwei Männer der Tat an der 46-Jährigen verdächtigt. Doch beide hatten ein entsprechendes Alibi. Dann suchte die Polizei nach einem jungen Mann als Zeugen. So kam sie auf den heutigen Angeklagten, der ein umfassendes Geständnis bei seiner Vernehmung ablegte.

Der junge Mann ist auch noch wegen mehrerer anderer Gewaltdelikte angeklagt. Er ist bei der Polizei schon einschlägig bekannt gewesen. Unter anderem hatte er mit Freunden einen Mitschüler drangsaliert und gequält. Der Lehrling berichtete vor Gericht von massiven Alkoholproblemen. Offenbar war er auch bei der Tötung der Frau angetrunken. Eine erste Ausbildung als Automechaniker habe er auf Grund schlechter schulischer Leistungen nach einem Jahr abbrechen müssen. Kurz vor dem Mord hatte er eine neue Lehre als Stahlbetonbauer angefangen.

Der Prozess vor der Jugendkammer findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Das Gericht will 16 Zeugen vernehmen. Ein Urteil wird am 22. März erwartet. (dapd)

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