Aktualisiert 14.12.2011 22:13

LuzernLehrling wollte mit Überfällen Lohn aufbessern

2009 überfiel ein heute 20-Jähriger in Luzern acht junge Männer auf brutale Weise. Gestern musste er sich vor Gericht verantworten.

von
Lena Berger
In dieser Toilette schlug der Lehrling mit einem Komplizen 2009 zu. (Foto: riv)

In dieser Toilette schlug der Lehrling mit einem Komplizen 2009 zu. (Foto: riv)

Um seinen Lehrlingslohn aufzubessern, zog der heute 20-jährige Kristjan J.* im Juni 2009 zusammen mit einem Komplizen auf der Suche nach potenziellen Opfern durch die Stadt. So folgten sie einem Mann bei der Ufschötti in eine öffentliche ­Toilette und schlugen ihm mehrfach mit der Faust heftig ins Gesicht, bevor sie ihm das Portemonnaie abnahmen.

Ganz ähnlich erging es noch in der gleichen Nacht zwei anderen Passanten. Die Angriffe setzten sich an den zwei folgenden Wochenenden fort – und wurden immer brutaler. Einem der Opfer hielt der Plattenlegerlehrling gar ein Messer an den Hals und drohte, ihm «die Kehle aufzuschlitzen». Insgesamt erbeuteten die Räuber rund 7400 Franken.

Die Staatsanwaltschaft fordert wegen mehrfachen bandenmässigen Raubes eine unbedingte Freiheitsstrafe von 3,5 Jahren. Die Verteidigung bestreitet die Bandenmässigkeit und verlangt daher eine bedingte Strafe von 20 Monaten. «Mein Mandant beging innert drei Wochen Straftaten, die nicht zu bagatellisieren sind», sagte Verteidiger Beat Hess. Dass er sich vorher und nachher vorbildlich verhielt, müsse sich aber strafmildernd auswirken.

Der geständige Täter zeigte sich an der gestrigen Verhandlung reuig und entschuldigte sich bei den Opfern. «Es ist ohne Wenn und Aber inakzeptabel, was ich gemacht habe», sagte J., der nach den Vorfällen seine Lehrstelle verlor. Das Urteil steht noch aus.

J.s Komplize, ein 21-jähriger Schweizer, wurde bereits zu drei Jahren Gefängnis teilbedingt verurteilt.

* Name geändert

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