Aktualisiert

LehrlingsmangelLehrstellen kennen keine Krise

2009 gab es so viele Lehrstellen wie noch nie. Bald droht sogar ein Lehrlingsmangel.

von
Gabi Schwegler

Für den jungen Berufsnachwuchs war 2009 trotz Krise ein gutes Jahr: Es gab in der Schweiz so viele Lehrstellen wie noch nie. Insgesamt 67 000 Unternehmen boten 87 000 Plätze an, 95 Prozent wurden besetzt. Ursula Renold, Direktorin des Bundesamtes für Berufsbildung und Technologie, führt dies auf die «vorbildliche Reaktion der Kantone und Unternehmer auf die schlechte Wirtschaftslage» zurück. Thomas Daum, Direktor des Arbeitgeberverbands, pflichtet bei: «Wir betreiben seit längerem grosse Anstrengungen, um das Angebot zu erhöhen. Jetzt zeigen sich die Früchte der Motivationskampagnen.» Es gelte, die Lehrlinge nicht als Kostenfaktor zu sehen, sondern den Nutzen von ausgebildeten Fachkräften für den eigenen Betrieb und den Markt als Ganzes zu vermitteln.

Statt Lehrstellenmangel droht möglicherweise schon bald ein Lehrlingsmangel, wie Renold in der «Zentralschweiz am Sonntag» sagt: «Schon bald werden wir uns um die Lernenden streiten. Denn ab 2011 kommen die ersten geburtenschwächeren Jahrgänge.»

Weniger gut als den Lehrlingen ergeht es zurzeit den Lehrabgängern: Das Staatssekretariat für Wirtschaft Seco rechnet für 2010 mit 9,4 Prozent arbeitslosen Schweizern im Alter von 20 bis 24 Jahren – ein Negativrekord. Experten führen dies vor allem auf Einstellungsstopps zurück.

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