LAP gerettet: Lehrtochter hat ihr Lebenswerk zurück

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LAP gerettetLehrtochter hat ihr Lebenswerk zurück

Zwei Wochen suchte Viviana Dietz nach ihrer Skizzenmappe, die sie im Zug liegen liess. Dank 20 Minuten Online wurde sie nun fündig: Die Mappe lag die ganze Zeit im Fundbüro der SBB.

von
Maja Sommerhalder

Noch vor drei Tagen war Viviana Dietz verzweifelt und zitterte. Weiche Knie hat sie auch heute noch, jedoch vor Freude. «Die SBB haben sich gemeldet, dass die Mappe wieder aufgetaucht ist. Ich bin so erleichtert.»

Über 90 technische Zeichnungen und Aquarelle stecken in der Mappe, die Dietz während ihrer vierjährigen Lehrzeit angefertigt hat. Ende Jahr muss sie diese abgeben, sonst besteht die angehende Innenausbauzeichnerin ihre Lehrabschlussprüfung nicht.

Vor fast zwei Wochen vergass die 22-jährige Aargauerin die Mappe auf einer Zugfahrt von Turgi nach Bad Zurzach AG. Dietz suchte intensiv, jedoch ohne Erfolg. Auch die Anzeigen bei der Polizei und den SBB brachten nichts. «Ich habe mich zweimal bei der SBB nach meiner Mappe erkundigt.»

Mappe wurde falsch zugeordnet

Dort lag diese zwar die ganze Zeit, doch erst der Artikel von 20 Minuten Online vom Dienstagabend brachte Licht ins Dunkel. «Am Mittwochmorgen meldete sich eine Angestellte vom SBB-Fundbüro bei mir und sagte, dass sie durch den Artikel auf meine Mappe aufmerksam wurde. Ich würde mich gerne mit einem Finderlohn für ihre Bemühungen bedanken», so Dietz.

Wie konnte man die Mappe so lange übersehen? SBB-Mediensprecher Christian Ginsig erklärt sich dies damit, dass sämtliche Aufträge in einem Computersystem erfasst werden: «Die junge Frau hat ihre Verlustanzeige auf unserer Internetseite eingegeben. Dabei hat sie die Mappe einer falschen Kategorie zugeordnet.»

Die im Kanton Aargau verlorene Mappe tauchte in Zürich wieder auf. «Jemand hat sie dort anonym im Hauptbahnhof abgegeben. Deshalb stimmte auch der Fundort nicht mit dem Verlustort überein.» Ihn wundert allerdings, dass die zwei Telefonanrufe von Viviana Dietz nichts brachten: «Mitarbeitende in der Fundzentrale der SBB können gezielt nach einem Gegenstand suchen.»

100 000 Gegenstände im Fundbüro pro Jahr

So oder so: Wäre es nicht besser, wenn Menschen statt Maschinen die Aufträge abwickeln würden? «Wir erhalten pro Jahr 100 000 Fundgegenstände, dieses Jahr sind alleine schon 329 Zeichnungsmappen eingegangen. Da braucht es ein Computerprogramm, dass die Mitarbeiter unterstützt», so Ginsig und betont: «Seit der Automatisierung werden deutlich mehr Gegenstände als früher gefunden.»

Die Mappe von Viviana Dietz wäre in der Fundzentrale wohl kaum endgültig verloren gegangen: «Wenn die Gegenstände nach einem Monat immer noch bei uns sind, werden sie von einem Mitarbeiter nochmals gesichtet. Dann wäre die falsche Lokalisierung bestimmt aufgefallen.»

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