Mitten in Ermittlungen: Leibwächter Obamas nimmt sich das Leben
Aktualisiert

Mitten in ErmittlungenLeibwächter Obamas nimmt sich das Leben

Gegen einen Leibwächter Obamas wurde ermittelt, weil er eine Affäre verschwiegen hatte. Jetzt hat er sich umgebracht. Zu den Ermittlungen kam es nur, weil ein in einen Sex-Skandal in Kolumbien verwickelter Agent ihn verpetzte.

von
Alicia Caldwell
AP
Präsident Obama ist stets von Leibwächtern umgeben.

Präsident Obama ist stets von Leibwächtern umgeben.

Ein altgedienter Secret-Service-Agent und Leibwächter von US-Präsident Barack Obama hat sich vorige Woche in Washington das Leben genommen. Wie aus gut unterrichteten Kreisen verlautete, waren interne Ermittlungen gegen den Mann im Gang, weil er eine langjährige Affäre mit einer Frau aus Mexiko verschwiegen hatte. Verpetzt wurde er den Informationen zufolge von einem anderen Agenten, der in einen Sex-Skandal in Kolumbien verstrickt und der Meinung war, dass gleiche Regeln für alle gelten müssten.

Der 47-jährige Rafael Prieto wurde in seinem Wagen mit laufendem Motor gefunden; er starb offenbar an Kohlenmonoxidvergiftung. Der Ehemann und Familienvater gehörte seit 22 Jahren dem Secret Service an. Er war dem Personenschutz des Präsidenten zugeteilt, befand sich zum Zeitpunkt seines Freitods aber nicht im Dienst. «Der Secret Service betrauert den Tod eines geschätzten Kollegen», erklärte Sprecher Edwin Donovan und würdigte Prietos lange und erfolgreiche Laufbahn.

Neue Verhaltensregeln

Der Secret Service ist für den Schutz des Präsidenten, des Vizepräsidenten und ihrer Familien sowie für die Bekämpfung von Finanzkriminalität wie Geldfälschung, Finanzbetrug und Computerkriminalität zuständig. Die Behörde verlangt, dass ihre Beschäftigten in sicherheitsempfindlichen Bereichen jede Beziehung zu ausländischen Staatsangehörigen melden, um prüfen zu können, ob die nationale Sicherheit gefährdet ist. Ein solches Verhältnis nicht offenzulegen, ist keine Straftat, verstösst aber gegen die Dienstvorschriften.

Das Verhalten von Agenten und Beamten des Dienstes wird aufmerksam beobachtet, seit im April 13 Secret-Service-Beschäftigte in einen Skandal mit Prostituierten in Kolumbien verwickelt waren. Sie waren als Vorauskommando für einen Besuch Obamas beim Südamerikagipfel in Cartagena und hatten nach einer feuchtfröhlichen Kneipentour Frauen mit aufs Zimmer genommen. Das fiel auf, als ein Agent einer Prostituierten die Bezahlung verweigerte und sich in der Hotellobby mit ihr stritt.

Acht der Beschäftigten mussten seither ihren Hut nehmen. Drei wurden vom Vorwurf schwerwiegenden Fehlverhaltens entlastet, und mindestens zwei kämpfen noch um ihren Job. Der Vorfall veranlasste Secret-Service-Direktor Mark Sullivan, einen neuen Verhaltenskodex zu erlassen. Dieser verbietet Beschäftigten ausdrücklich den Alkoholgenuss ab zehn Stunden vor Schichtbeginn und untersagt es, Ausländer mit aufs Hotelzimmer zu nehmen.

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