Aktualisiert

Leica weist Hexagon-Offerte definitiv zurück

Der Vermessungstechnikkonzern Leica Geosystems in Heerbrugg (SG) soll unabhängig bleiben.

Der Leica-Verwaltungsrat hat am Freitag die Übernahmeofferte des schwedischen Hexagon-Konzerns definitiv zurückgewiesen. Sie sei ungenügend und unattraktiv, sagte Leica-Chef Hans Hess. Hexagon beharrt auf dem Angebot.

Leica Geosystems bekräftigte in einer Mitteilung, die Offerte von 440 Franken pro Aktie werde dem Wert des Unternehmens nicht gerecht. Die Hexagon-Offerte werde auch von vielen Aktionären abgelehnt, sagte Hess an einer Telefonkonferenz. Dies habe eine dieser Tage abgeschlossene Road-Show gezeigt, an der Investoren besucht wurden, die insgesamt rund 35 Prozent des Leica-Aktienkapitals halten. Zudem siedelten Finanzanalysten den fairen Wert der Leica-Aktie bei 500 bis 520 Franken an.

Auch von der industriellen Logik her sei der Hexagon-Vorschlag unattraktiv, sagte Hess weiter: «Für 90 Prozent des Leica-Portfolios gibt es keine Synergien.» Die Übernahme würde Leica Geosystems «in die 1980-er Jahre zurückwerfen» und ihre Wachstums- und Entwicklungsmöglichkeiten einschränken. Die von Hexagon präsentierte technologieorientierte Strategie eines in den Makro-, Mikro- und Nano-Bereichen tätigen Konglomerats habe nämlich schon die frühere Wild-Leitz-Gruppe verfolgt. Sie wurde gemäss Leica-Mitteilung schon vor Jahren nach schlechten Erfahrungen aus gutem Grund aufgegeben: Wild-Leitz wurde in drei fokussierte Unternehmungen aufgeteilt, nämlich Leica Geosystems, Leica Microsystems und Leica Camera. Dies habe wesentlich zum Erfolg und zum raschen Wachstum von Leica Geosystems beigetragen. Die Unternehmung könne in Unabhängigkeit und unter Verfolgung der bisher erfolgreichen Strategie mehr Wert schaffen.

Hexagon beharrt auf dem ursprünglichen Angebot von 440 Franken, wie Konzernchef Ola Rollen in einem Interview des «St. Galler Tagblatts» sagte. Das formelle Kaufangebot werde am kommenden 27. Juni gemacht. Man werde abwarten müssen, was bis dahin passiere, sagte Hess dazu. Beide bestätigten, dass zwischen Hexagon und Leica Geosystems weiterhin Kontakte bestehen. «Es besteht kein Anlass, sich gegenseitig mit Dreck zu bewerfen», sagte Hess.

Rollen sagte in dem Interview, Hexagon habe bisher noch keine einzige Leica-Aktie gekauft. Inzwischen gab Leica Geosystems bekannt, dass zwei ausländische Investoren - die amerikanische FMR Corporation und die Fidelity International Ltd. auf Bermudas - ihre Leica-Beteiligungen von gut fünf Prozent auf 4,23 beziehungsweise 4,66 Prozent senkten.

An der Schweizer Börse gab der Leica-Kurs am Morgen nach. Er sank im Vergleich zum Vorabend zeitweise um 7,50 Franken oder 1,6 Prozent auf 449 Franken. (dapd)

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