Aktualisiert 09.04.2020 02:42

Kennedy-Familie

Leiche des 8-Jährigen nach Kanu-Unfall gefunden

Maeve Kennedy McKean und ihr Sohn sind von einem Kanu-Ausflug nicht mehr zurückgekehrt. Eine Woche später ist nun auch der Junge entdeckt worden.

von
chk
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Wieder holt ein tragischer Schicksalsschlag die Kennedy-Familie ein: Maeve Kennedy Townsend McKean (40) und ihr achtjähriger Sohn Gideon Joseph (unten rechts) sind bei einem Kanu-Unglück verstorben.

Wieder holt ein tragischer Schicksalsschlag die Kennedy-Familie ein: Maeve Kennedy Townsend McKean (40) und ihr achtjähriger Sohn Gideon Joseph (unten rechts) sind bei einem Kanu-Unglück verstorben.

Keystone
Mutter und Sohn waren am 2. April als vermisst gemeldet worden.

Mutter und Sohn waren am 2. April als vermisst gemeldet worden.

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Maeve Kennedy ist die Enkelin des ermordeten Senators Robert F. Kennedy und die Grossnichte des erschossenen US-Präsidenten JFK.

Maeve Kennedy ist die Enkelin des ermordeten Senators Robert F. Kennedy und die Grossnichte des erschossenen US-Präsidenten JFK.

Getty Images/Tom Williams

Die Lage war schon seit Tagen hoffnungslos. Nun haben Taucher fast eine Woche nach dem Kanu-Unfall von Angehörigen des Kennedy-Clans in den USA die Leiche des noch vermissten Jungen geborgen. Einsatzkräfte fanden den leblosen Körper des achtjährigen Gideon McKean am Mittwoch unter Wasser in der Bucht, wo sich das Unglück ereignet hatte, wie die zuständige Polizei im US-Bundesstaat Maryland nach einer seit Tagen andauernden Suchaktion mitteilte.

Rund 600 Meter vom Fundort der Leiche des Kindes entfernt war am Montag die Leiche seiner Mutter, der Enkelin des US-Senators Robert F. Kennedy, ausgemacht worden. Die 40-jährige Maeve Kennedy Townsend McKean und ihr Sohn galten seit einem Kanu-Unfall am vergangenen Donnerstag als vermisst.

Im Namen der Familie drückte die frühere Vizegouverneurin von Maryland und Mutter der verstorbenen McKean, Kathleen Kennedy Townsend, den Einsatzkräften und der Regierungsspitze des Bundesstaates ihre Dankbarkeit für die «unermüdliche Arbeit» bei der Suche nach den Angehörigen aus. In einer Erklärung, die die US-Sender CNN und NBC zitierten, sprach sie von einem «schrecklichen Verlust».

Mehrere Todesfälle im Kennedy-Clan

Das Unglück reiht sich an etliche andere tragische Vorfälle, die der in den USA legendäre Kennedy-Clan über die Jahrzehnte erlebt hat. Zahlreiche Mitglieder der Politiker-Dynastie starben frühzeitig. McKean's Grossvater Robert «Bobby» Kennedy (1925-1968) fiel während des Vorwahlkampfes um die Präsidentschaft 1968 in Los Angeles einem Attentat zum Opfer.

Fünf Jahre zuvor war sein älterer Bruder und damaliger US-Präsident John F. Kennedy bei einer Fahrt durch Dallas im Bundesstaat Texas ermordet worden. Im Juli 1999 kamen der Präsidentensohn John F. Kennedy Junior, seine Ehefrau Carolyn Bessette-Kennedy und deren Schwester Lauren Bessette bei einem Flugzeugabsturz vor der Ostküste der USA ums Leben. Im vergangenen August starb eine andere Enkelin von Robert Kennedy, Saoirse Kennedy Hill, infolge einer Überdosis im Alter von 22 Jahren auf dem Familienanwesen in Hyannis Port im Bundesstaat Massachusetts.

Flucht vor der Pandemie

Die McKeans waren wegen der Corona-Pandemie von der Hauptstadt Washington zum Anwesen von Kathleen Kennedy Townsend gereist, um sich dort in Heimquarantäne zu begeben. An der Chesapeake Bay, einer Bucht, die später in den Atlantik mündet, sollten die Kinder mehr Platz zum Spielen haben, wie McKeans Mann David auf Facebook schrieb.

Ausgerechnet am vertrauten Rückzugsort kam es dann zur Tragödie: Beim Spielen im Garten fiel ein Ball am Donnerstag in die Bucht. Mit einem Kanu wollten Sohn und Mutter den Ball zurückholen. Das Wasser am Haus sei normalerweise gut vor Wind geschützt, aber das Kanu sei offenbar abgetrieben worden, hatte der Vater geschrieben. Die Küstenwache hatte am Freitag unter anderem einen Helikopter, ein Transportflugzeug und mehrere Schiffe für die Suche eingesetzt. Schliesslich wurde das gekenterte Kanu gefunden - leer. Seither galten Gideon und seine Mutter als tot.

Der Gouverneur von Maryland, Larry Hogan, drückte auf Twitter seine Erschütterung über den Fund der Leichen aus und sprach von einem «verheerenden Verlust» für die Familie.

«Maeve war mein Alles», hatte David McKean am Tag nach dem Verschwinden in einem langen Eintrag auf Facebook geschrieben. Über seine Frau schrieb er: «Sie war mein bester Freund und meine Seelenverwandte.» Zurück bleiben auch die siebenjährige Tochter Gabriella und der zweieinhalb Jahre alte Sohn Toby. (chk/sda)

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