Video-Skandal: Leichen bepinkelt - US-Soldaten verurteilt
Aktualisiert

Video-SkandalLeichen bepinkelt - US-Soldaten verurteilt

Weil sie auf tote Afghanen pinkelten, erhalten drei US-Marines jetzt disziplinarische Strafen. Ebenfalls wurden gegen sechs andere US-Soldaten Strafen wegen Koranverbrennungen verhängt.

Ein YouTube-Video, in dem US-Soldaten auf tote Afghanen pinkeln und die Leichen verhöhnen (hier ein Screenshot daraus), hat Folgen. Die Täter müssen mit Degradierung und Streichung des Solds rechnen.

Ein YouTube-Video, in dem US-Soldaten auf tote Afghanen pinkeln und die Leichen verhöhnen (hier ein Screenshot daraus), hat Folgen. Die Täter müssen mit Degradierung und Streichung des Solds rechnen.

Drei Unteroffiziere der US-Marineinfanterie, die auf Leichname getöteter Afghanen urinierten und Aufnahmen davon ins Internet stellten, haben am Montag Disziplinarstrafen erhalten. Über die Art der Strafen würden keine Angaben gemacht, weil es sich um «eine nichtrichterliche Bestrafung» handle, teilte das Militär mit.

Dies bedeutet, dass die geständigen Soldaten unter anderem degradiert oder gerügt worden sein könnten. Auch eine Streichung ihres Solds oder Arreststrafen sind möglich. Strafrechtlich wird der Fall indes nicht weiter verfolgt.

Die im Januar im Internet veröffentlichten Videoaufnahmen von der Schändung der blutigen Leichen dreier getöteter Aufständischer hatten für massive Empörung gesorgt.

Afghanistans Präsident Hamid Karsai verurteilte das «unmenschliche Verhalten» der Soldaten, US-Verteidigungsminister Leon Panetta nannte die Aufnahmen «äusserst bedauernswert». Nach Angaben des US-Militärs ereignete sich der Vorfall am 27. Juli 2011 in der südafghanischen Provinz Helmand. In dem Video sind vier Soldaten zu sehen. Mindestens ein weiterer machte die Aufnahme.

Koranverbrennung ebenfalls bestraft

Auch die sechs US-Soldaten, die versehentlich mehr als 300 Korane verbrannt haben, erhalten disziplinarische Strafen, wie Vertreter der US-Streitkräfte am Montag mitteilten. Eine Untersuchung habe ergeben, dass fehlende Kommunikation, schlechte Führung und die Entscheidung der Soldaten, «den einfachen Weg statt des richtigen Wegs» zu nehmen, Grund für die Koranverbrennung war, die Anfang des Jahres zu Unruhen in ganz Afghanistan geführt hatte. (dapd)

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