Mysteriöser Mordfall: Leichenteile im Keller
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Mysteriöser MordfallLeichenteile im Keller

Er soll seine Ex umgebracht und Leichenteile jahrelang im Keller gelagert haben: Thailand rätselt über einen grausigen Mordfall in der Villa eines 50-jährigen Norwegers.

von
kmo

Es war am Dienstagabend, 28. Februar, als thailändische Polizisten mit einem Durchsuchungsbefehl in der Tasche an der Villa von Stein Havard D. in Phuket klingelte. Sie waren auf der Suche nach zwei als vermisst gemeldeten Freundinnen des Norwegers.

Im Waschraum des 8-Zimmer-Hauses wurden die Beamten dann fündig: Sie entdeckten einen halben, stark verwesten Leichnam in einem Plastikcontainer. Zusammen mit den Leichenteilen fanden die Polizisten eine Handtasche sowie das Handy, die Uhr, die Identitätskarte, den Fahrausweis und Kreditkarten der vermissten Rungnapa S. sicher. Ebenfalls sichergestellt wurde eine 9-mm-Pistole, die auf den Namen der Vermissten registriert war.

Die Frau sei unglücklich gestürzt

Der norwegische Expat leugnete zuerst, irgendetwas über den grausigen Fund zu wissen, er sei seit über einem halben Jahr nicht mehr in dem Raum gewesen, auch habe er nie etwas Verdächtiges gerochen. Doch schliesslich gestand der 50-Jährige, dass er sich im Juli 2009 mit Rungnapa gestritten habe. Bei den Handgreiflichkeiten sei die Frau unglücklich gestürzt und habe sich dabei tödliche Kopfverletzungen zugezogen.

Auf die Frage, weshalb er sich nicht bei der Polizei gemeldet habe, antwortete er, er habe sich vor den Konsequenzen gefürchtet. Diesen hat er sich jetzt zu stellen. Stein Havard D. wird wegen Mords, Unterschlagung von Beweismitteln, Entsorgung eines Leichnams und unerlaubten Waffenbesitzes angeklagt.

Die Ex war auch Geschäftspartnerin

Das Opfer, Rungnapa S., hatte rund sechs Jahre mit dem Norweger zusammengelebt und mit ihm ein Immobiliengeschäft betrieben. Doch dann verliess sie ihn, heiratete einen Polizisten aus Patong und nahm dessen Namen an.

Im Juli 2009 meldete sich ihr Ehemann bei ihrer Familie, da Rungnapa seit drei Tagen nicht mehr zu Hause aufgetaucht sei. Ihre Angehörigen suchten Stein Havard D. auf, der aber keine Angaben zu ihrem Verbleib machte. Doch vor seinem Haus fand Rungnapas Familie das Auto der Vermissten. Rungnapa pflegte ihre wichtigsten Dokumente wie Eigentumsurkunden von Häusern stets in ihrem Fahrzeug mitzuführen. Laut Angaben eines Familienmitglieds fehlten diese Papiere.

Die Familie meldete darauf Rungnapa als vermisst, doch die Polizei ging der Sache nicht weiter nach. Erst jetzt, nachdem die neue Freundin des Norwegers – die mittlerweile wieder aufgetaucht ist – ebenfalls als vermisst gemeldet worden war, wurde die Polizei aktiv.

Wo ist der Rest der Leiche? Und wo sind die Dokumente

Noch sind viele Fragen offen in diesem verstörenden Fall. Wieso hat Stein Havard D. in diesen zweieinhalb Jahren nicht versucht, die Leiche seiner Ex-Freundin loszuwerden? Und wieso befand sich nur der untere Teil des Leichnams im Plastikcontainer. Beziehungsweise: Wo ist der Rest? Und wo befinden sich die vermissten Dokumente?

Viel ist nicht bekannt über den norwegischen Expat. Gemäss Medienberichten soll er in seiner Jugend ein Medizinstudium begonnen haben. Und er soll aus der Gegend von Asta stammen – dem Dorf, in dem der Massenmörder Anders Bering Breivik seine Anschläge vorbereitete.

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