Hotel-Horror in L.A.: Leichenwasser zum Dessert
Aktualisiert

Hotel-Horror in L.A.Leichenwasser zum Dessert

Stellen Sie sich vor, dass in Ihrem Hotel das Wasser, mit dem Sie sich gewaschen, Zähne geputzt und Ihren Durst gelöscht haben, von einer Leiche verseucht war. Willkommen im Cecil Hotel in Los Angeles.

von
phi

Touristen, die in einem Hotel in Los Angeles übernachtet haben, haben wochenlang Wasser benutzt, das durch eine menschliche Leiche verunreinigt worden war: Sie wuschen sich nicht nur damit, sondern putzten auch ihre Zähne mit dem Nass und tranken sogar davon.

Der Albtraum begann mit dem Verschwinden von Elisa Lam, die letztmals am 31. Januar in ihrem Hotel gesehen wurde. Als kurz darauf der Wasserdruck im «Cecil» fiel, untersuchte ein Fachmann am 19. Februar die Wassertanks auf dem Dach der 600-Betten-Herberge. Dort fand er den Leichnam der 21-jährigen Kanadierin.

Schwarzes Wasser aus der Dusche

Für die Gäste ist der grausige Fund natürlich ein Schlag in die Magengrube. «Als wir es herausfanden, haben wir uns im wahrsten Sinne des Wortes übel gefühlt», sagte der Brite Michael Baugh, der acht Tage mit seiner Ehefrau in dem Hotel genächtigt hatte, gegenüber CBS. «Uns geht es mental vor allem deshalb schlecht, weil wir das Wasser getrunken haben.»

Seine Gattin Sabrina lieferte bei CNN einige unappetitliche Details nach. «Das Wasser hatte einen komischen Geschmack. Wir haben uns nichts dabei gedacht. Wir dachten, das wäre hier so. Die Dusche war eklig. Wenn du aufgedreht hast, kam für zwei Sekunden schwarzes Wasser raus und wurde dann wieder normal.»

Krude Kunden: Elf Zimmer bleiben belegt

Während die Polizei nun ermittelt, ob das Opfer einen Unfall hatte oder ermordet wurde, untersucht Terrance Powell von der städtischen Gesundheitsbehörde das Wasser nach Keimen. «Unsere grösste Sorge gilt einer fäkalen Kontaminierung durch die Wasserleiche», sagte er CBS. Die Risiken seien wegen der Masse an Wasser aber «minimal». Die vier Zisternen auf dem Hoteldach sind 3 Meter hoch und 1,37 Meter breit. Sie fassen gut 3800 Liter.

Bis Mittwochmittag musste das Hotel «Cecil» die Gäste von 27 Zimmern neu unterbringen. Das Abstruseste an der Geschichte sind wohl jene elf Zimmerbewohner, die den Ort nicht verlassen wollen. Terrance Powell sagte gegenüber CBS, jene Gäste hätten ein Papier unterschrieben, wonach sie über gesundheitliche Risiken informiert worden seien. Nicht unerwähnt bleiben sollte, dass diese Gäste noch Wasser bekommen. In Flaschen abgefülltes, versteht sich.

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