Basel : Leihlager produziert weltweite Fake News mit «Schaufenster-Amerikanerin»
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Basel Leihlager produziert weltweite Fake News mit «Schaufenster-Amerikanerin»

Eine junge Frau, die während der Art Basel drei Tage in einem Schaufenster gewohnt haben soll, hat für viel Aufsehen gesorgt. Nun stellt sich raus: «Penelope aus Washington» war eine gezielt verursachte Fake News des Leihlagers. Sie ging um die Welt.

von
Tanya Vögeli
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«Penelope aus Washington» soll während der Art Basel im Schaufenster des Leihlagers gewohnt haben.

«Penelope aus Washington» soll während der Art Basel im Schaufenster des Leihlagers gewohnt haben.

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Nun ist klar, dass es sich bei der Aktion um einen öffentlichkeitswirksamen PR-Gag handelte.

Nun ist klar, dass es sich bei der Aktion um einen öffentlichkeitswirksamen PR-Gag handelte.

20min/Tanya Vögeli 
«Penelope aus Washington» ist eine Schauspielerin aus dem Kanton Bern.

«Penelope aus Washington» ist eine Schauspielerin aus dem Kanton Bern.

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Darum gehts

Während der Art Basel schlief die angebliche US-Amerikanerin Penelope für 1300 Franken pro Nacht drei Nächte im Schaufenster des Leihlagers in Basel. Sie habe ihre Hotelbuchung storniert, um bei dem Projekt mitzumachen und als lebende Kunst im Schaufenster ausgestellt zu sein.

Doch das Ganze war bloss ein PR-Stunt. In einem Video, das das Leihlager auf Instagram veröffentlichte, «petzt» der WC-Schlüssel-Affe, was passiert ist. Bei «Penelope aus Washington» handelte es sich in Tat und Wahrheit um eine Schauspielerin aus dem Kanton Bern.

Die Aktion machte zunächst in der Schweiz Schlagzeilen. Die Fake-News des angeblichen Besuchs der Amerikanerin ging danach um die Welt. Der Agenturdienst Zenger News griff die Story auf, die in der Folge auf zahlreichen internationalen Nachrichtenportalen landete, etwa beim US-Magazin «Newsweek»

«Während der Art Basel ist das nicht absurd»

«Wir haben unsere Schauspielerin über einen Theaterchat gefunden und sie fand das Ganze doch ganz cool», erklärt Gawin Steiner vom Leihlager. Die Bernerin zog ihre Rolle auch in einem Interview mit dem Blick durch, in solidem amerikanischem Englisch. «So ergibt sich eine bessere Glaubwürdigkeit für das ganze Szenario», so Steiner. Das Leihlager ist mit seiner Fake-News-Aktion zufrieden: «Es ist eine tolle lokale Werbung für uns. Es war sehr interessant, was für Reaktionen wir mit dem Projekt ausgelöst haben».

Steiner erklärt weiter: «Viele Menschen, Bekannte und die Kundschaft haben darüber geredet und anscheinend ist es während der Art Basel nicht zu absurd, dass jemand für 1300 Franken in einem Schaufenster schlafen will. In diesem Sinne haben wir die Absurdität aufgezeigt.» Selbstkritisch gibt er auch zu, «dass wir für diese Aktion einige Grenzen ausgelotet haben». 

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