Sportunfälle: Leistungen können gekürzt werden
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SportunfälleLeistungen können gekürzt werden

Adrenalin-Junkies gehen immer grössere Risiken ein. Bei diversen Sommeraktivitäten kürzen die Versicherer deshalb ihre Unfallleistungen.

von
Elisabeth Rizzi
Ein Basejumper springt zwischen der Eiger-Nordwand und -Westflanke in die Tiefe. (Keystone)

Ein Basejumper springt zwischen der Eiger-Nordwand und -Westflanke in die Tiefe. (Keystone)

Wieder ein Canyoning-Unglück diese Woche: Der verunfallte Guide im Berner Saxetbach könnte von seinem Versicherer zur Kasse gebeten werden. Denn bei diversen Sportarten haben Unfälle Konsequenzen. So zählt etwa die Helsana Canyoning zu den relativen Wagnissen. Werden bei diesen Aktivitäten Vorsichtsgebote und Regeln missachtet, können die Versicherer ihre Leistungen um 50 Prozent kürzen. Dazu gehören keinesfalls nur ausgefallene Sportarten. Helsana listet auch Bergsteigen, Gleitschirmfliegen, Hochsee-­Segeln oder Kanufahren auf.

Anders als bei relativen, werden bei absoluten Wagnissen Leistungen nach einem Unfall in jedem Fall um 50 Prozent gekürzt. Auf der von allen Privatversicherern benutzten Liste der Suva sind unter diesem Begriff etwa Tauchen in über 40 Metern Tiefe oder Motorbootrennen zu finden. Helsana hat neu auch Basejumping aufgenommen. Der Sommer ist für die Versicherer am relevantesten. «Risikosportarten werden hauptsächlich dann ausgeführt», begründet Jasmin Lioliou von Swica. Dazu kommt: Die Leute werden immer wagemutiger. «Es scheint, dass Adrenalin-Getriebene immer neue riskante Freizeitaktivitäten für sich entdecken», sagt Franco Tonozzi von der Zurich. Allein die Suva kürzt laut Sprecherin Angela Zobrist jährlich bei rund 200 Unfällen die Leistungen. Oft sind es aber auch Vorfälle im Verkehr, wenn Alkohol und die Missachtung von Verkehrsregeln im Spiel waren.

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