Aktualisiert 27.08.2012 13:34

Nach MassenschlägereiLeitung in Berner Asylheim wird ausgewechselt

Nach einer Massenschlägerei im Asylzentrum Bäregg greift der Kanton Bern ein. Unter anderem wird die Leitung des Heims komplett ausgewechselt. Bislang erfüllte das Zentrum die nötigen Anforderungen nicht.

Der Berner Regierungsrat Hans-Jürg Käser will im Durchgangsheim Bäregg aufräumen.

Der Berner Regierungsrat Hans-Jürg Käser will im Durchgangsheim Bäregg aufräumen.

Der Kanton Bern will das Durchgangsheim Bäregg im Emmental umfassend reorganisieren und eine neue Leitung einsetzen. Damit sollen Mängel bei der Führung des Hauses ausgemerzt werden, wie die bernische Polizei- und Militärdirektion am Montag mitteilte.

In erster Linie gelte es, die Betreuungssituation für die Betroffenen zu verbessern. Unter anderem sollen verbindliche Tagesstrukturen geschaffen werden.

Im Heim in Bärau werden unbegleitete jugendliche Asylsuchende betreut. Vor drei Wochen geriet das Haus in die Schlagzeilen, als es zu einer gewalttätigen Auseinandersetzung unter Heimbewohnern kam. Zehn Personen sollen darin verwickelt gewesen sein, zwei von ihnen mussten nach der Schlägerei ins Spital gebracht werden.

Analyse mit bedenklichem Resultat

Das Zentrum - kurz UMA genannt - sei einer «umfassenden Analyse» unterzogen werden, teilte die kantonale Polizeidirektion nun mit. Dabei habe man festgestellt, dass das Haus weder in der Konzeption noch in der Umsetzung die Anforderungen des gesetzlich vorgegebenen Kinder- und Jugendschutzes erfülle.

Gemäss Communiqué beschloss Regierungsrat Käser deshalb auch, eine anerkannte Heimträgerschaft im Bereich des Kindes- und Jugendschutzes einzusetzen. Der Heilsarmee Flüchtlingshilfe und ihren Mitarbeitern dankte er für die geleistete Arbeit.

(sda)

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