Aktualisiert 24.02.2011 18:52

Star StyleLektion gelernt, James

Seit James Franco mehr auf sein Studium als auf seine Karriere in Hollywood setzt, kriegt er endlich gescheite Rollen.

von
Jonas Dreyfus

James Franco, 33, sitzt in der Vorlesung, als ihm sein Agent auf die Mailbox spricht: «Es kann sein, dass du für einen Oscar nominiert wirst.» Er will wissen, ob Franco nach Los Angeles kommen könne, um im Fall der Fälle ein Statement vor der Kamera abzugeben. James lässt ausrichten, er verpasse sicher nicht die Uni für etwas, das nicht einmal sicher sei. «Aber ihr könnt gern ein Filmteam zu mir nach Yale schicken, dann komme ich raus und bedanke mich.» Um diese

Reaktion richtig zu verstehen, muss man den Lebenslauf von James Franco kennen.

Von Mom inspiriert

Er wächst in Palo Alto, Kalifor­nien, mit zwei jüngeren Brüdern auf. Vater Doug ist Geschäftsmann, Mutter Bet­sy Kinderbuchautorin. Sie lässt überall Bücher und Bastelzeug herum­liegen, um ihre drei Söhne zu inspirieren. Tom, der Mittlere, ist heute Künstler, David, der Jüngste, ist ebenfalls Schauspieler, unter anderem in der TV-Serie «Scrubs».

Dumme Hobbys

James mausert sich als Primarschüler zum Mathe-Freak, als Teenager zum Rebell: komasaufen, klauen, sprayen – das volle Programm. Nachdem er an der Highschool in einigen düsteren Theaterstücken die Hauptrolle spielen durfte, will er nur noch eins: Schauspieler werden. Sein Englischstudium schmeisst er nach einem Jahr hin, um Schauspielunterricht zu nehmen. Ein Mitschüler erinnert sich an seinen ehrgeizigen Kumpel: «Unser Lehrer hielt uns dazu an, einmal täglich ausserhalb des Unterrichts zu üben. Aber James wollte acht- bis neunmal täglich mit mir Szenen durchgehen. Wenn ich ihm einmal absagen musste, war er eingeschnappt.»

Ein paar Jahre später landet James seine erste Rolle in einer TV-Serie, kurz darauf spielt er James Dean in einem Fernsehfilm so gut, dass er dafür einen Golden Globe gewinnt. Er ist jetzt ein aufstrebender Hollywood­star, spielt in «Spider-Man» den innerlich zerrissenen Freund von Tobey Maguire. Als er plötzlich nur noch für mittelmässige Mainstream-Filme ge­castet wird, gerät er in eine Lebenskrise. «Ich bin daran fast zerbrochen, dass ich irgendwann nur noch das gemacht habe, was andere von mir erwarteten», sagt James über die schwierige Zeit. «Ich musste erst kapieren, dass ich an das glauben muss, was mir wichtig ist.»

Tieferen Sinn findet er im Studium, das er mit 28 wieder aufnimmt und in Rekordzeit abschliesst. Danach ist er zeitweise an fünf verschiedenen Universitäten für weitere Kurse eingeschrieben. Im Moment macht er gerade seinen Englisch-Doktor.

Anspruchsvoll? Toll!

Seitdem James voll auf Bildung setzt, steht Hollywood bei ihm Schlange. Er kriegt endlich die anspruchsvollen Rollen, die er schon immer wollte. Wie die des Lovers von Sean Penn in «Milk», wegen der er immer gefragt wird, ob er schwul sei. James behauptet Nein. Man kann davon ausgehen, dass er keine Angst hätte, dazu zu stehen. Denn auf die Frage, ob es eine gute Idee sei, die Oscars zu moderieren, wenn man gleichzeitig einen gewinnen wolle, antwortet er: «Wenn du immer nur das machst, was als sinnvoll für deine Karriere gilt, dann wirds langweilig. Sehr langweilig.»

Oscarwürdig!

Für die Oscar-Verleihung am 27. Februar ist James Franco nicht nur als bester Hauptdarsteller für seine Rolle in «127 Hours» nominiert – er moderiert die Mega-Show auch, an der Seite von Anne Hathaway.

Live am 28. Februar, ab 2 Uhr auf Pro7

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