Aktualisiert 14.07.2012 19:48

Diamond League in LondonLemaitre sagt Blake und Bolt den Kampf an

Der Franzose Christoph Lemaitre läuft die 200 Meter beim Diamond-League-Meeting in London in 19,91 Sekunden. Nur Yohan Blake und Usain Bolt waren in diesem Jahr schneller.

Christoph Lemaitre (m.) will auch an der Olympiade einen Spitzenzeit laufen.

Christoph Lemaitre (m.) will auch an der Olympiade einen Spitzenzeit laufen.

Am zweiten Tag des Diamond-League-Meetings in London kamen die Favoritinnen ins Straucheln. Carmelita Jeter und Shelly-Ann Fraser-Pryce kassierten über 100 m ebenso eine Niederlage wie die Hürdensprinterin Sally Pearson. Christophe Lemaitre überzeugte über 200 m.

Pearson musste sich im Final über 100 m Hürden von der Amerikanerin Kellie Wells geschlagen geben. Die am Montag 30 Jahre alt werdende Wells entschied das Duell im Regen von Crystal Palace, einem Vorort südlich von London, gegen die australische Hallen-Weltmeisterin auf den letzten Metern für sich und gewann in 12,57 Sekunden erstmals in dieser Saison ein Rennen im Rahmen der Diamond League.

«Ich werde in London nur schwer zu schlagen sein»

Im Vorlauf hatte die in Orlando, Florida, wohnhafte Wells gegen Pearson noch den Kürzeren gezogen. Mit 12,53 Sekunden hatte die Jahresschnellste aus Sydney im Vorlauf, der bei Sonnenschein über die Bühne gegangen war, die beste Zeit des Tages aufgestellt. «Ich liebe London», sagte Wells, die ihren Sieg mit einem Freudentanz auf der Bahn feierte. «Ich werde an den Olympischen Spielen nur schwer zu schlagen sein.»

Auch über 100 m der Frauen setzte es eine Überraschung ab. Die Nigerianerin Blessing Okagbare siegte bei leichtem Gegenwind (0,2 m/s) in 11,01 Sekunden und wies die jamaikanische und amerikanische Konkurrenz in die Schranken. Mit der Weltmeisterin Carmelita Jeter (USA) wurde eine der Topfavoritinnen Zweite (11,03), die Jahresbeste Shelly-Ann Fraser-Pryce aus Jamaika, mit 10,93 Sekunden die Schnellste des Vorlaufs, lief nach einem verpatzten Start im Final nicht voll durch und wurde Letzte. Siegerin Okagbare war im Vorlauf erstmals in ihrer Karriere unter elf Sekunden geblieben und hatte mit 10,99 Sekunden einen Landesrekord aufgestellt.

Lemaitre: «Natürlich bin ich glücklich»

Für ein Ausrufezeichen sorgte der Franzose Christophe Lemaitre über 200 m. In 19,91 Sekunden lief der 22-Jährige aus Annecy die drittbeste Zeit in diesem Jahr und die zweitbeste in seiner Karriere. Nur Yohan Blake und Usain Bolt waren 2012 an den jamaikanischen Trials schneller gelaufen als der WM-Dritte von Daegu. Lemaitre, der erstmals in London am Start war, siegte knapp vor Europameister Churandy Martina von den Holländischen Antillen, der mit 19,95 Sekunden ebenfalls noch unter 20 Sekunden blieb.

«Natürlich bin ich glücklich. Ich wusste, dass ich unter 20 Sekunden laufen kann», so Lemaitre, der Europameister über 100 m. «Ich muss aber noch schneller werden, wenn ich eine Olympia-Medaille gewinnen will.» Lemaitre konzentriert sich in London auf die 200 m, da in dieser Disziplin seine Chancen auf einen Medaillengewinn grösser sind. Die 100 m dürfte der schnellste weisse Sprinter aller Zeiten auslassen.

London. Diamond League (8. Station). 2. Tag. Männer. 200 m (RW 1,1 m/s): 1. Christophe Lemaitre (Fr) 19,91. 2. Churandy Martina (Ho) 19,95. 3. Marvin Anderson (Jam) 20,55. - Das Rennen fand nicht im Rahmen der Diamond League statt.

400 m: 1. Kirani James (Gren) 44,85. 2. Christopher Brown (Bahamas) 44,95. 3. Tony McQuay (USA) 45,00. - Das Rennen fand nicht im Rahmen der Diamond League statt.

1 Meile: 1. Silas Kiplagat (Ken) 3:52,44. 2. Ross Murray (Gb) 3:52,77. 3. Caleb Ndiku (Ken) 53,15. - Das Rennen fand nicht im Rahmen der Diamond League statt.

800 m: 1. Adam Kszczot (Pol) 1:44,49. 2. Job Kinyor (Ken) 1:44,60. 3. Andrew Osagie (Gb) 1:45,21.

Diamond Race (5/7): 1. David Rudisha (Ken) 8. - Hoch: 1. Derek Drouin (Ka) 2,26. 2. Robbie Grabarz (Gb) 2,22. 3. Tom Parsons (Gb) 2,22. - Der Wettkampf fand nicht im Rahmen der Diamond League statt.

Drei: 1. Christian Taylor (USA) 17,41. 2. Leevan Sands (Bahamas) 16,97. 3. Tosin Oke (Nig) 16,93.

Kugel: 1. Reese Hoffa (USA) 21,34. 2. Tomasz Majewski (Pol) 21,28. 3. Dylan Armstrong (Ka) 20,46.

Diamond Race (5/7): 1. Hoffa 12. 2. Armstrong 10.

4x100 m: 1. Trinidad&Tobago 38,23. 2. Holland 38,70. 3. Polen 38,78.

Frauen. 100 m (GW 0,2 m/s): 1. Blessing Okagbare (Nig) 11,01. 2. Carmelita Jeter (USA) 11,03. 3. Tianna Madison (USA) 11,13.

400 m: 1. Christine Ohuruogu (Gb) 50,42. 2. Amantle Montsho (Botswana) 50,56. 3. Rosemarie Whyte (Jam) 51,19.

Diamond Race (5/7): 1. Montsho 14.

800 m: 1. Molly Beckwith (USA) 2:00,68. 2. Janeth Jepkosgei (Ken) 2:00,68. 3. Winny Chebet (Ken) 2:00,76. - Das Rennen fand nicht im Rahmen der Diamond League statt.

100 m Hürden (RW 0,6 m/s): 1. Kellie Wells (USA) 12,57. 2. Sally Pearson (Au) 12,59. 3. Virginia Crawford (USA) 12,74.

Diamond Race (5/7): 1. Pearson 10. 2. Wells 8.

3000 m Steeple: 1. Ancuta Bobocel (Rum) 9:27,24. 2. Polina Jelizarova (Lett) 9:28,27. 3. Barbara Parker (Gb) 9:29,22.

Diamond Race (5/7): 1. Milcah Chemos (Ken) 12.

Drei: 1. Caterine Ibarguen (Kol) 14,66. 2. Olga Saladucha (Ukr) 14,48. 3. Yamilé Aldama (Gb) 14,37. - Der Wettkampf fand nicht im Rahmen der Diamond League statt.

Speer: 1. Goldie Sayers (Gb) 66,17. 2. Barbora Spotakova (Tsch) 64,19. 3. Wira Rebryk (Ukr) 63,80.

Diamond Race (4/7): 1. Spotakova 10. (si)

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