26.06.2020 14:34

Urteil des Bundesgerichts

Lenker kämmte sich auf der Autobahn die Haare – 300 Franken Busse

Das Kämmen der Haare während einer Autofahrt bei 120 km/h kann nicht nur gefährlich sein – für einen Schwyzer Autofahrer wurde es auch noch sehr teuer.

1 / 3
Im April 2019 fiel ein Autofahrer auf der Autobahn A3 in Oberrieden ZH wegen seiner unsicheren Fahrweise auf. Bei der anschliessenden Kontrolle gab dieser an, sich mit der Hand die Haare gekämmt und dabei in den Rückspiegel geschaut zu haben.

Im April 2019 fiel ein Autofahrer auf der Autobahn A3 in Oberrieden ZH wegen seiner unsicheren Fahrweise auf. Bei der anschliessenden Kontrolle gab dieser an, sich mit der Hand die Haare gekämmt und dabei in den Rückspiegel geschaut zu haben.

KEYSTONE
Die Polizei hatte die Schlangenfahrt des Mannes gefilmt.

Die Polizei hatte die Schlangenfahrt des Mannes gefilmt.

KEYSTONE
Am 26. Juni 2020 wurde der Schwyzer vom Bundesgericht zur Zahlung einer 300-Franken-Busse verurteilt. Er muss zudem einen Monat auf den Führerausweis verzichten.

Am 26. Juni 2020 wurde der Schwyzer vom Bundesgericht zur Zahlung einer 300-Franken-Busse verurteilt. Er muss zudem einen Monat auf den Führerausweis verzichten.

KEYSTONE

Darum gehts

  • Ein Autofahrer kämmte sich während der Fahrt auf der Autobahn mit der Hand die Haare.
  • Weil er dabei Schlangenlinien fuhr, hielt die Polizei ihn an.
  • Er muss nun 300 Franken Busse zahlen und einen Monat auf den Führerausweis verzichten.

Ein Schwyzer Autofahrer muss 300 Franken Busse zahlen und einen Monat auf den Führerausweis verzichten. Er kämmte sich während der Fahrt auf der Autobahn mit der Hand die Haare und fuhr dabei Schlangenlinien. Das Bundesgericht hat die Beschwerde des Mannes abgewiesen.

Der bestrafte Autolenker war der Polizei im April 2019 auf der Autobahn A3 in Oberrieden ZH wegen seiner unsicheren Fahrweise aufgefallen. Die zivilen Polizisten filmten die Schlangenfahrt des Mannes. Bei der anschliessenden Kontrolle gab dieser an, sich mit der Hand die Haare gekämmt und dabei in den Rückspiegel geschaut zu haben. Dies geht aus einem am Freitag veröffentlichten Urteil des Bundesgerichts hervor.

Blick in den Rückspiegel

Gegen die Busse des Statthalteramtes von zunächst 500 Franken wegen einfacher Verkehrsregelverletzung setzte sich der Mann zur Wehr. Sie wurde auf 300 Franken gesenkt. Danach kam jedoch das verwaltungsrechtliche Verfahren ins Rollen. Und das Schwyzer Verkehrsamt ordnete im Juli 2019 wegen mittelschwerer Widerhandlung den Entzug des Führerausweises für einen Monat an.

Und dabei bleibt es auch. Weder das Schwyzer Verwaltungsgericht noch das Bundesgericht folgten den Argumenten des Autolenkers, wonach die Widerhandlung nur Bagatellcharakter habe. So führt das Bundesgericht aus, ein Autolenker sehe sich jeweils nicht selbst im Rückspiegel. Dies bedeute, dass der Fahrer seine Sitzposition habe ändern müssen oder den Winkel des Spiegels.

Das eine wie das andere führten dazu, dass ein Autolenker sich nicht mehr voll auf den Verkehr und das Fahren konzentrieren könne. Zu beachten sei im vorliegenden Fall, dass die zwei Phasen des Schlangenlinienfahrens mindestens 33 und dann 20 Sekunden gedauert hätten – bei einem Tempo von 120 Kilometern pro Stunde.

Damit habe der Mann eine erhöhte abstrakte Gefahr geschaffen. Der Entzug des Führerausweises für einen Monat sei insofern nicht unverhältnismässig.

(SDA)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.
46 Kommentare
Kommentarfunktion geschlossen

oliver

27.06.2020, 13:19

musste eine ziemlich eitle Person sein ... sich während dem Fahren kämmen ? ja wofür eigentlich ? Nun Aber , ein ziemlich generische gehaltener Paragraf im Gesetz sagt was von "Lenker muss immer sein Fahrzeug beherrschen" (was zugegebenermassen natürlich Tür und Angel offen lässt, dem Lenker jede kleinste Unachtsamkeit anzulasten .. schade macht man nicht dasselbe bei Velofahrer, E-Trottis und Fussgänger). Komisch dass sein Anwalt ihm das nicht gesagt hat, dass er wohl kaum damit durchkommt ?

Mickey House

26.06.2020, 17:34

Dumme Erklärung mit teuren Folgen. Er hätte ja einfach den Unwissenden spielen können. Unsichere Fahrweise? Wieso, habe nichts bemerkt.

Bob Brown

26.06.2020, 16:42

Ich lebe seit 4 Monaten in der Elfenbeinküste. Bei diesem Artikel muss ich schmunzeln und denke wir Schweizer sind manchmal schon härzig