Unfall in Entlebuch – Lenker knallt in Strommasten und fährt weiter
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Unfall in EntlebuchLenker knallt in Strommasten und fährt weiter

Im Kanton Luzern entfernte sich ein Mann nach einem Unfall vom Unfallort und deckte das Auto danach mit Blachen ab. Immer wieder flüchten Unfallverursacherinnen und -verursacher.

von
Rochus Zopp
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Ein Autofahrer kam auf der Glaubenbergstrasse in Entlebuch in der Nacht auf Donnerstag von der Strasse ab. Er entfernte sich von der Unfallstelle und parkierte sein Auto danach unter zwei Militärblachen.

Ein Autofahrer kam auf der Glaubenbergstrasse in Entlebuch in der Nacht auf Donnerstag von der Strasse ab. Er entfernte sich von der Unfallstelle und parkierte sein Auto danach unter zwei Militärblachen.

Luzerner Polizei
Bei seinem Unfall fuhr der Mann in einen Holz-Strommasten, der zerbrach. Anschliessend fuhr der Mann noch rund 100 Meter über die Wiese und kollidierte mit einem Zaun. Es ist bei weitem nicht der einzige Fall.

Bei seinem Unfall fuhr der Mann in einen Holz-Strommasten, der zerbrach. Anschliessend fuhr der Mann noch rund 100 Meter über die Wiese und kollidierte mit einem Zaun. Es ist bei weitem nicht der einzige Fall.

Luzerner Polizei
Im August 2020 verunfallte im Kanton St. Gallen ein Autofahrer. Um den Unfall zu vertuschen, nahm der Fahrer die Kontrollschilder ab und stellte sein Auto in einem Unterstand ab.

Im August 2020 verunfallte im Kanton St. Gallen ein Autofahrer. Um den Unfall zu vertuschen, nahm der Fahrer die Kontrollschilder ab und stellte sein Auto in einem Unterstand ab.

Kantonspolizei St. Gallen

Darum gehts

  • Ein Autofahrer im Kanton Luzern kam in der Nacht auf Donnerstag von der Strasse ab und prallte dabei in einen Strommasten.

  • Statt sich bei der Polizei zu melden, fuhr der Mann weiter und parkierte sein Auto danach unter zwei Militärblachen.

  • Laut Christian Bertschi, Mediensprecher der Luzerner Polizei, ist unklar, ob der Mann mit den Blachen den Unfall vertuschen wollte.

Ein Autofahrer im Kanton Luzern kam auf der Glaubenbergstrasse in der Nacht auf Donnerstag in einer Linkskurve von der Strasse ab, schlitterte einen Abhang hinunter und kollidierte dabei mit einem Holzstrommast. Der Fahrer fuhr daraufhin rund 100 Meter weiter über die Wiese, stiess noch in eine Weideabschrankung und entfernte sich anschliessend von der Unfallstelle. Das Auto wurde von der Luzerner Polizei später in Finsterwald gefunden. Abgedeckt war es mit zwei Militärblachen.

Ob der Autofahrer seinen Unfall damit vertuschen wollte, ist unklar. Christian Bertschi, Mediensprecher der Luzerner Polizei sagt: «Was der Grund war, warum er das Auto mit Blachen bedeckt hat, ist uns nicht bekannt.» Der Autofahrer wurde von der Luzerner Polizei später zu Hause angetroffen. Dort wurde ein Atemalkoholtest durchgeführt, der rund drei Stunden nach dem Unfall einen Wert von 0,82 Promille anzeigte.

St. Galler versuchte 2020 einen Unfall zu vertuschen

Der Luzerner wäre nicht der erste Lenker, der versuchte, seinen Unfall zu vertuschen. Im August 2020 wurde der Kantonspolizei St. Gallen ein Unfall gemeldet, bei dem ein Auto auf dem Dach lag. Als die Polizei-Patrouille dann jedoch eintraf, fand sie weder Personen noch Fahrzeuge. Ermittlungen zeigten, dass der Verunfallte sein Auto mit einem Landwirtschaftsfahrzeug barg, in einem Unterstand abstellte und die Kontrollschilder entfernte.

Das Amtsgericht Emmental-Oberaargau verurteilte im September 2019 sogar einen Fahrzeuglenker wegen Irreführung der Rechtspflege, pflichtwidrigen Verhaltens bei einem Verkehrsunfall und Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung der Fahrfähigkeit. Laut dem Strafbefehl hat der Mann nach einer Party mit dem Firmenauto seines Arbeitgebers einen Unfall gebaut. Statt diesen zu melden, hat er das Auto wieder auf dem Festgelände abgestellt und sich dann entfernt.

Nicht alle Unfallverursacher flüchten absichtlich

Im Juni 2019 versteckte sich in Schiers GR der mutmassliche Unfallverursacher in einem nahe gelegenen Stall. Der 25-jährige Mann wurde kurz darauf von der Polizei in eben jenem Stall gefunden. In Benken SG versuchten im Mai 2018 Jugendliche zwischen 15 und 17 einen Unfall zu vertuschen. Der 15-jährige Fahrer und zwei Kollegen versteckten die Nummernschilder, während ein 17-Jähriger die Polizei alarmierte und angab, den Unfall beobachtet zu haben. Nach kurzer Befragung gab er aber zu, als Beifahrer im Auto gesessen zu sein.

Dass sich Unfallverursacherinnen und Unfallverursacher von der Unfallstelle entfernen kommt laut Bertschi ab und zu vor. «Nicht immer steckt jedoch Absicht dahinter. Es kommt auch vor, dass der Unfall gar nicht bemerkt wird.», so Bertschi.

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