Schiessbudenfigur: Leoni nimmt Abwehr in die Pflicht
Aktualisiert

SchiessbudenfigurLeoni nimmt Abwehr in die Pflicht

In 4 Spielen der Champions League kassierte FCZ-Goalie Johnny Leoni 12 Tore. Gegen Real Madrid trifft die Schiessbudenfigur der Königsklasse auf einen alten Bekannten: Cristiano Ronaldo.

von
Sandro Compagno aus Spanien

Es war der 15. September 2009. Was ein Höhepunkt in der Klub-Geschichte des FC Zürich hätte werden sollen, wurde zu einem schwarzen Abend für Johnny Leoni. 2:5 unterlag der FCZ gegen Real Madrid, zweimal traf Scharfschütze Ronaldo per Freistoss. Beim 0:1 sah Leoni unglücklich aus, beim 2:4 nur noch schlecht. So schlecht, dass der «Blick» den Goalie, der mit dem FCZ in vier Jahren drei Meisterschaften gewonnen hatte, kurzerhand in «Johnny Depp» umtaufte.

Hat der 25-jährige Schlussmann seither ein «Ronaldo-Trauma»? Davon will sein Goalietrainer Martin Brunner nichts wissen: «Johnny steckt so etwas rasch weg. Er hat ja bewiesen, dass er ein guter Goalie ist.» In der Vorbereitung auf das heutige Spiel habe er die unglücklichen Interventionen vom Heimspiel nicht thema­tisiert, so Brunner. Dies obschon Cristiano Ronaldo nach auskurierter Fussverletzung ein 30-minütiges Comeback geben soll.

«Ich habe mir die Tore nicht mehr angeschaut», sagt auch Leoni, der sich bewusst ist, dass heute «wieder ein paar Freistösse auf mich zukommen werden». Der Goalie nimmt seine Vorderleute in die Pflicht: «Wir müssen uns auch fragen, warum wir so viele Freistösse zulassen. Vielleicht sollten wir in unserem Abwehrverhalten etwas schlauer werden.»

In der Tat spielt kein Team in der Champions League regelwidriger: Die Zürcher begehen im Schnitt 21 Fouls pro Spiel. Mit bekannten Folgen: Der Gegner erhält Freistösse in Strafraum­nähe. Steht dann noch ein Ronaldo auf dem Platz, wird es ganz gefährlich.

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