Aktualisiert 10.12.2011 21:49

Axpo Super League

Leoni-Patzer kostet FCZ den Sieg

Obwohl der FCZ gegen Sion die klar spielbestimmende Mannschaft war, nehmen die Walliser einen Punkt aus dem Letzigrund mit. Auch der FC Thun und YB trennen sich mit einem Remis.

Der FC Zürich verpasst beim 1:1 gegen Sion seinen dritten Sieg in Folge und droht damit, vor der Winterpause noch auf den Barrage-Platz abzurutschen. Admir Mehmedi brachte die Zürcher nach gutem Beginn in der 32. Minute mit einem Flachschuss in Führung. Es war allerdings ein klar irreguläres Tor gewesen, weil Mehmedi beim Zuspiel von Amine Chermiti mindestens einen Meter im Abseits gestanden hatte. Nur neun Minuten später wäre Mehmedi dann beinahe ein zweiter, diesmal regulärer Treffer geglückt. Sion-Goalie Andris Vanins vermochte den Schuss des Zürchers aber noch an die Latte zu lenken.

Unverständlich dann, dass sich der FCZ nach der Pause zurückzog und auf Konter spekulierte. Sion nahm das Geschehen in die Hand und gelangte nach einer Stunde zum Ausgleich. Vilmos Vanczak war einmal mehr mit dem Kopf zur Stelle, um eine Freistossflanke von Didier Crettenand am zögernden Johnny Leoni vorbei ins Netz zu lenken. Es war bereits der siebte Saisontreffer für den Ungarn.

Pech dann für den FCZ nur eine Minute später, als ein Direktschuss von Verteidiger Mathieu Beda vom Pfosten zurückprallte. Und in der 72. Minute kompensierte Schiedsrichter Damien Carrel offensichtlich seinen Fehlentscheid aus der ersten Halbzeit, indem er ein klares Penaltyfoul von Anthony Sauthier an Mehmedi nicht pfiff.

Unentschiedenes Berner Derby

Das Berner Kantonalderby zwischen Thun und den Young Boys endet in der ausverkauften Thun-Arena mit einem gerechten 1:1. Beide Teams beklagen zudem je ein zu Unrecht aberkanntes Tor. Das erste Berner Derby im neuen Thuner Stadion bot den 10'000 Zuschauern viele Torszenen und Spektakel, leider aber auch zwei Fehlentscheide des Schiedsrichters, welche auf beiden Seiten für viel Ärger sorgten.

YB-Leihspieler Christian Schneuwly hatte die Partie nach nur neun Minuten optimal lanciert. Nach einem von Mauro Lustrinelli gegen Alain Nef gewonnenem Kopfball-Duell lancierte Enrico Schirinzi den in Stellung gelaufenen Schneuwly, der überlegt über Marco Wölfli hinweg unter die Latte schoss. Der Ärger der Gäste über den unnötigen Gegentreffer wurde zwei Minuten später noch grösser, als der vermeintliche schnelle Ausgleich durch Nassim Ben Khalifa nicht anerkannt wurde. Schiedsrichter Patrick Graf hatte ein Foul des U17-Weltmeisters an Thomas Reinmann gesehen, was jedoch auch in der TV-Zeitlupe nicht erkennbar war.

Ben Khalifa liess sich in der Folge jedoch nicht beirren. In der 27. Minute schüttelte er an der Grundlinie mit Stipe Matic und Kevin Bigler gleich zwei Thuner Verteidiger auf engstem Raum ab und erwischte David Da Costa mit einem raffinierten Schuss aus spitzem Winkel zum 1:1. Nur zehn Minuten später aber schien die erneute Thuner Führung wieder Tatsache. Lustrinelli lenkte eine Freistossflanke von Schneuwly mit der Fussspitze an Wölfli vorbei. Der Unparteiische hatte jedoch ein Abseits des Tessiners gesehen, was jedoch klar nicht der Fall war.

In der hektischen Schlussphase hätten beide Teams noch den Siegestreffer erzielen können. Einem Tor von Emmanuel Mayuka wurde zudem die Anerkennung wegen einer Abseitsstellung von Passgeber Moreno Costanzo diesmal zu Recht versagt.

Axpo Super League, 18. Runde

Zürich - Sion 1:1 (1:0)

Letzigrund. - 8600 Zuschauer. - SR Carrel.

Tore: 32. Mehmedi (Chermiti) 1:0. 65. Vanczak (Kopftor/Freistoss Crettenand) 1:1.

Zürich: Leoni; Koch, Beda, Teixeira, Rodriguez; Nikci (73. Chikhaoui), Aegerter Margairaz, Djuric; Mehmedi, Chermiti (89. Schönbächler).

Sion: Vanins; Sauthier, Vanczak, Dingsdag, Elmer; Rodrigo; Yoda (73. Adao), Serey Die, Crettenand, Afonso (57. Melo, 86. Zambrella); Sio.

Bemerkungen: FCZ ohne Zouaghi (gesperrt), Alphonse und Kukuruzovic (beide verletzt). Sion ohne Adailton, Obradovic (beide gesperrt), Bühler, Fickentscher und Mrdja (alle verletzt) sowie Feindouno, Gabri, Glarner, Gonçalves, Ketkeophomphone und Mutsch (alle nicht spielberechtigt). 41. Vanins lenkt Mehmedi-Schuss an Latte. 66. Pfostenschuss Beda. Verwarnungen: 34. Serey Die (Foul), 35. Dingsdag (Foul), 38. Sio (Reklamieren), 42. Sauthier (Foul), 58. Chermiti (Foul), 81. Koch (Foul).

Thun - Young Boys 1:1 (1:1)

Arena Thun. - 10'000 Zuschauer (ausverkauft). - SR Graf.

Tore: 9. Christian Schneuwly (Schirinzi) 1:0. 27. Ben Khalifa (Sololauf) 1:1.

Thun: Da Costa; Bigler, Matic, Reinmann, Schneider; Christian Schneuwly, Hediger, Demiri (90. Sanogo), Schirinzi (86. Wittwer); Lezcano; Lustrinelli (62. Rama).

Young Boys: Wölfli; Zverotic, Nef (46. Affolter), Veskovac, Spycher; David Degen, Doubai, Farnerud, Costanzo (85. Nuzzolo); Mayuka, Ben Khalifa (71. Lecjaks).

Bemerkungen: Thun ohne Bättig, Ghezal, Schindelholz und Siegfried (alle verletzt). YB ohne Silberbauer (verletzt), Dudar, Lengani, Mveng und Raimondi (alle nicht im Aufgebot). 11. Tor von Ben Khalifa nicht anerkannt wegen Foulspiel. 37. Tor von Lustrinelli wegen Abseits fälschlicherweise nicht anerkannt. 73. Mayuka-Tor wegen Abseits von Costanzo nicht anerkannt. Verwarnungen: 21. Nef (Foul), 48. Affolter (Foul), 51. Costanzo (Foul), 65. Hediger (Foul), 70. Doubai (Foul), 77. Matic (Foul).

Axpo Super League

(si)

Sion nur unter Protest

Der FC Sion hat die Partie beim FC Zürich unter Protest gespielt. Präsident Christian Constantin protestierte damit gegen die Nichtqualifikation seiner sechs Neuzuzüge.

Der juristische Streit zwischen dem FC Sion und der Swiss Football League (SFL) um die Spielbewilligung der sechs im Sommer neuverpflichteten Spieler Pascal Feindouno, Gabri, Stefan Glarner, José Gonçalves, Billy Ketkeophomphone und Mario Mutsch ist demnach weiterhin nicht ausgestanden. Gemäss der Online-Seite von «Le matin» will Constantin nun zudem die Wiederholung der drei ASL-Partien Sion - Young Boys (1:2), Basel - Sion (3:3) und Young Boys - Sion (1:1) beantragen. In diesen Partien konnten die sechs betroffenen Spieler nach Massnahmen der SFL nicht mittun.

Noch unklar ist im weiteren, welche Klubs gegen den Entscheid der SFL-Disziplinarkommission vom Donnerstag rekurrieren werden. Diese hatte sämtliche Proteste und Einsprachen von Lausanne, Thun, Basel und Luzern abgeschmettert und den Wallisern damit zugesichert, sämtliche Punkte aus jenen Spielen behalten zu dürfen, in denen sie mindestens einen der sechs Neuzuzüge eingesetzt hatten.

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