Publiziert

Walter-ZooLeopardin Tura kurz vor Zoo-Wiederöffnung eingeschläfert

Nach langer Krankheit musste die Amurleopardin Tura aus dem Walter-Zoo in Gossau SG eingeschläfert werden. Sie sei ein neugieriges, aufgewecktes Leopardenweibchen gewesen, das sich auch ab und zu mit seiner Schwester gezankt habe.

von
Jil Rietmann
1 / 10
Die Amurleopardin Tura musste wegen mehrerer Krankheiten eingeschläfert werden.

Die Amurleopardin Tura musste wegen mehrerer Krankheiten eingeschläfert werden.

Walter-Zoo
Tura hatte ein Nierenleiden und hat immer weniger gesehen. In den letzten Monaten war sie fast blind.

Tura hatte ein Nierenleiden und hat immer weniger gesehen. In den letzten Monaten war sie fast blind.

Walter-Zoo
Vor vier Monaten konnte der Zoo noch den 20. Geburtstag der Leopardin feiern.

Vor vier Monaten konnte der Zoo noch den 20. Geburtstag der Leopardin feiern.

Walter-Zoo

Kurz vor der Wiederöffnung des Walter-Zoos in Gossau müssen die Mitarbeiter den Besuchern eine traurige Nachricht überbringen. Die Amurleopardin Tura musste eingeschläfert werden. «Tura hat ein beachtliches Alter erreicht. Vor vier Monaten konnten wir noch ihren 20. Geburtstag feiern», sagt Zoodirektorin Karin Federer zu 20 Minuten. Wie es eben auch bei den Menschen ist, bekommen Grosskatzen im Alter Krankheiten. Tura hatte ein Nierenleiden und sah immer schlechter. In den letzten Monaten war sie fast blind. «Den richtigen Moment zu bestimmen, wenn man das Tier von seinen Leiden erlösen will, ist schwierig und muss von den Tierpflegern zusammen mit dem Tierarzt bestimmt werden», sagt Federer. Man habe gemerkt, dass Tura beim Laufen Schmerzen hatte und immer müder wurde.

Tura sei eine athletische und fitte Leopardin gewesen. Sie konnte aber auch ein wenig nervös sein, vor allem wenn es um das medizinische Training ging. «Wir trainieren mit den Leoparden das Impfen und Blutnehmen. Da hat sie immer toll mitgemacht, war aber manchmal nicht sehr geduldig», so Federer.

Die Zoodirektorin hatte eine spezielle Beziehung zu Tura. Sie kannte das Leopardenweibchen, seit dieses 2001 mit seiner Schwester von Dortmund nach Gossau SG gekommen war. Vor allem ein Erlebnis ist ihr bis heute im Gedächtnis geblieben. «In der Vergangenheit ging ich abends nochmals in den Zoo und brachte den Amurleoparden ein Stückchen Fleisch. Das habe ich aber nie jemandem erzählt. Irgendwann reagierten die Grosskatzen stärker auf mich als gewöhnlich, denn sie haben mich mit dem Fleisch in Verbindung gebracht. Das ist den Pflegern natürlich aufgefallen. Tura hat mich also bei den Pflegern verraten», lacht Federer.

Babyleoparden waren immer ein Highlight

Auch die Besucher des Walter-Zoos sind von den Leoparden fasziniert. Einige seien sogar regelmässig nur wegen den Wildkatzen gekommen. «Der Leopard ist natürlich per se ein wunderschönes Tier. Die Grosskatzen hatten auch immer wieder Nachwuchs. Das war stets ein Highlight», sagt Federer. Umso trauriger sei es nun, dass man Tura nicht mehr im Zoo besuchen kann. Auch ihre Schwester Nera und der männliche Leopard TJ haben in den letzten Jahren bemerkt, dass Tura nicht mehr die Alte war. «Ich hätte zwar gedacht, dass die beiden stärker auf den Tod von Tura reagieren. Geholfen hat aber bestimmt, dass sie bei ihr waren, nachdem wir Tura eingeschläfert haben», sagt Federer. Bereits in den vergangenen Jahren haben sich die Schwester Nera und TJ an anderen Dingen orientiert. «Sie haben gemerkt, dass Tura nicht mehr so stark auf sie reagiert, so Federer.

Natürlich sei es nie schön, einen Verlust hinnehmen zu müssen, aber es gehöre zum Zooalltag dazu. «Wenn man im Zoo arbeiten will, muss man sich bewusst sein, dass so etwas irgendwann passiert», sagt Federer. Immerhin habe man sich auf den Tod von Tura vorbereiten können. Es sei auch der richtige Zeitpunkt gewesen, da man Tura nicht mehr leiden lassen wollte.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.
9 Kommentare
Kommentarfunktion geschlossen

Zoo Walter Fan

05.06.2020, 22:59

Es ist immer schwer sich von Tieren zu verabschieden! So gewissenhafte Pfleger und einfach ein tolles Team, die Ihre Tiere über alles lieben :) Macht weiter, so wir kommen gerne demnächt wieder vorbei. Der tollste Zoo den ich und meine Familie mit 2 Hunden kennen.

Kuckuck

05.06.2020, 20:11

Keine Tiere einsperren - das ist nichts weiter als lebenslange, unverschuldete ZWANGSHAFT!! Pfui Deibel !!!!

Wernu Blum

05.06.2020, 20:01

Akanji ist echt für diese Frisur zum Coiffeur gerannt? Er selbst, oder ein Blinder ohne Erfahrung hätte das auch auf einer Kellertreppe hingekriegt.