30.03.2020 02:44

Prüfungen im Juni

Lernende sollen LAP trotz Corona machen können

Keine schulische Prüfung, dafür zählen die bisherigen Noten? Experten suchen derzeit nach Lösungen für die Abschlussprüfungen. Klar ist: Sie sollen stattfinden.

von
P. Michel
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Derzeit stehen die Lehrabschlussprüfungen im Sommer wegen der Corona-Krise auf der Kippe.

Derzeit stehen die Lehrabschlussprüfungen im Sommer wegen der Corona-Krise auf der Kippe.

Keystone
Doch es gibt Hoffnung: Im Hintergrund arbeiten Experten des Bundes, der Kantone, Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften mit Hochdruck daran, eine Lösung für die Durchführung der Qualifikationsverfahren – zuvor Lehrabschlussprüfungen genannt – zu finden.

Doch es gibt Hoffnung: Im Hintergrund arbeiten Experten des Bundes, der Kantone, Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften mit Hochdruck daran, eine Lösung für die Durchführung der Qualifikationsverfahren – zuvor Lehrabschlussprüfungen genannt – zu finden.

Keystone/Christian Beutler
Wie 20 Minuten weiss, ist ein Grundsatzentscheid im dafür eingesetzten «Steuerungsgremium» nun gefallen: Die Lernenden (EBA, EFZ und Berufsmaturität) sollen ihren Abschluss bis im Sommer machen  können – in einem den «Umständen angepassten Verfahren».

Wie 20 Minuten weiss, ist ein Grundsatzentscheid im dafür eingesetzten «Steuerungsgremium» nun gefallen: Die Lernenden (EBA, EFZ und Berufsmaturität) sollen ihren Abschluss bis im Sommer machen können – in einem den «Umständen angepassten Verfahren».

Keystone/Ennio Leanza

Rund 70'000 Lernende in der Schweiz absolvieren im Mai und Anfang Juni ihre praktischen und schulischen Abschlussprüfungen, um danach ins Berufsleben einzusteigen. Dieses Jahr müssen sie zittern: Aufgrund der Corona-Krise und den damit zusammenhängenden Schulschliessungen stehen ihre Abschlüsse auf der Kippe.

Doch es gibt Hoffnung: Im Hintergrund arbeiten Experten des Bundes, der Kantone, Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften mit Hochdruck daran, eine Lösung für die Durchführung der Qualifikationsverfahren – zuvor Lehrabschlussprüfungen genannt – zu finden. Wie 20 Minuten weiss, ist ein Grundsatzentscheid im dafür eingesetzten «Steuerungsgremium» nun gefallen: Die Lernenden (EBA, EFZ und Berufsmaturität) sollen ihren Abschluss bis im Sommer machen können – in einem den «Umständen angepassten Verfahren».

In knapp zwei Wochen entscheidet Parmelin

Bis am 3. April arbeiten die betroffenen Akteure nun konkrete Szenarien aus, aus denen die Branchen dann auswählen können. Zum definitiven Entscheid kommt es am 9. April bei einem Spitzentreffen mit Wirtschaftsminister Guy Parmelin.

«Wir müssen verhindern, dass Lernende im Abschlussjahr wegen Corona ein Jahr verlieren», sagt Laura Perret vom Schweizerischen Gewerkschaftsbund. Es sei gleichzeitig aber wichtig, dass die Qualität der Abschlüsse hochgehalten und die Gesundheit der Lernenden geschützt werde. «Wir wollen nicht, dass es heisst: Der Abschluss 2020 ist ein Corona-Abschluss und war viel einfacher als in anderen Jahren.» Deshalb brauche es eine national einheitliche Regelung und je nach Branche spezielle Lösungen, um dies zu garantieren.

Durchschnittszeugnis ist denkbar

Eine schulische Abschlussprüfung wie gehabt im Klassenzimmer abzuhalten, sei in der jetzigen Situation nicht denkbar, sagt Perret. «Hier könnte eine Lösung sein, die Noten aus den in diesem Jahr bereits absolvierten Prüfungen zu berechnen.» In einem ähnlichen Vorschlag forderten Schüler in einer Petition ein Durchschnittszeugnis, weil sie aufgrund gesundheitlicher Bedenken Prüfungen ablehnen.

Doch wie sollen die praktischen Prüfungen in Corona-Zeiten durchgeführt werden? «Es ist klar, dass eine praktische Prüfung im KV anders läuft als bei Polymechanikern an der Maschine oder bei Coiffeursalons», sagt Perret. Nun müssten die einzelnen Branchen eine angemessene Variante wählen, die die BAG-Richtlinien einhalten werde. «Wichtig ist, dass die Lernenden ihr praktisches Können in irgendeiner Form demonstrieren können.»

«Im Klassenzimmer könnten sich Lernende anstecken»

Auch für Immunologe Beda Stadler ist klar, dass an reguläre schulische Prüfungen – auch bei einer möglichen Abflachung der Infektionskurve im Mai – nicht zu denken ist. «Im Klassenzimmer könnten sich Lernende anstecken – und wenn jemand nur einmal hustet, sorgt das für grossen Stress im Raum.» Eine Lösung könnten Online-Prüfungen sein.

Bei den praktischen Examen sei es natürlich komplizierter. «Da sollten die Firmen aber Lösungen finden», sagt Stadler. Praktische Prüfungen könnten gestaffelt über einen längeren Zeitraum stattfinden, sodass sich nur jeweils ein Lernender und die Experten – unter Einhaltung der Abstandsregeln – begegnen, schlägt Stadler vor. «In Berufen, bei denen naher Kontakt zwingend nötig ist, könnte man auch mal sagen: Die praktische Prüfung fällt aus und der Berufsbildner bewertet die praktische Arbeit der Lernenden im letzten halben Jahr.»

So geht es weiter

Konsultation des Lösungsvorschlages bei Bundesstellen, Kantonen und Organisationen der Arbeitswelt.

Spitzentreffens der Berufsbildung (Spitzen von WBF, EDK und Sozialpartnern).

Bundesratsentscheid. Verabschiedung einer Notverordnung. Auf dieser Basis erlässt das SBFI eine Richtlinie. Beginn Umsetzung der angepassten Verfahren.

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