Protestaktion: Lesben und Schwule veranstalten «Kissathon»
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ProtestaktionLesben und Schwule veranstalten «Kissathon»

Gleichgeschlechtliche Paare treffen sich in einem Laden der britischen Supermarktkette Sainsbury's zu einem «Kissathon» — um ein Zeichen gegen Homophobie zu setzen.

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vbi
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Thomas Rees und sein Freund Joshua Bradwell haben am 13. August 2016 einen «Kissathon» organisiert, um für mehr Toleranz für Schwule und Lesben zu werben.

Thomas Rees und sein Freund Joshua Bradwell haben am 13. August 2016 einen «Kissathon» organisiert, um für mehr Toleranz für Schwule und Lesben zu werben.

Screenshot Twitter/Daily Mirror
Rund 200 Leute unterstützten das Paar bei der Protestaktion. Die beiden waren Anfang August aus dem Supermarkt in London geworfen worden, weil sie Händchen gehalten hatten.

Rund 200 Leute unterstützten das Paar bei der Protestaktion. Die beiden waren Anfang August aus dem Supermarkt in London geworfen worden, weil sie Händchen gehalten hatten.

Screenshot Twitter/Graham Scambler
Nachdem der Vorfall öffentlich geworden war, entschuldigte sich die Supermarktkette beim Paar und bot ihm einen 10-Pfund-Gutschein an.

Nachdem der Vorfall öffentlich geworden war, entschuldigte sich die Supermarktkette beim Paar und bot ihm einen 10-Pfund-Gutschein an.

AP/Kirsty Wigglesworth

Rund 200 Leute tanzten am Wochenende vor einem Sainsbury's-Supermarkt in London, gingen dann hinein, um einander gleichzeitig zu küssen. Damit wollten sie ein Zeichen gegen die Schwulen- und Lesbenfeindlichkeit in Grossbritannien setzen.

Auslöser der Aktion: Thomas Rees (32) und sein Freund Joshua Bradwell (25) wurden letzte Woche von einem Sicherheitsmann gebeten, den Supermarkt zu verlassen. Ein Kunde hatte sich beschwert, die beiden würden sich komisch berühren. Dabei hatte das Paar lediglich Händchen gehalten.

«Kissathon» statt Gutschein

Nachdem sich Rees und Bradwell öffentlich beschwert hatten, machte der Vorfall Schlagzeilen in England. Die Supermarktkette entschuldigte sich beim Paar und bot ihm zunächst einen 10-Pfund-Gutschein (umgerechnet 12.50 Franken) an.

Doch das war den beiden nicht genug. Stattdessen organisierten sie einen «Kissathon». Hundert gleichgeschlechtliche Paare folgten dem Aufruf und versammelten sich mit Regenbogenflaggen vor dem Supermarkt.

«Mussten uns beklagen»

«Wir hätten nie gedacht, dass uns so viele Leute unterstützen würden», sagt Bradwell zur «Press Association». Auch die Angestellten der Supermarktkette unterstützten die Aktion mit Keksen und Wasser. «Was da passiert, ist grossartig. Wir haben viel gelernt», sagt ein Angestellter. «Wir wollen, dass alle sich bei uns wohlfühlen. Aber manchmal passieren eben auch uns Fehler.»

Auch für das Paar hat sich die Aktion gelohnt. «Wir müssen handeln, wir müssen die Leute bekämpfen, die etwas gegen uns haben», sagt Rees. Einige Passanten störten sich an der Aktion, dennoch tanzten die Leute noch einige Zeit vor dem Laden zu Songs von Diana Ross und Donna Summer — für mehr Akzeptanz von Lesben und Schwulen.

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