Aktualisiert 29.04.2008 13:03

Lesbier gehen juristisch gegen «Lesbe» vor

Drei Einwohner der griechischen Insel Lesbos haben einstweilige Verfügungen gegen die Nutzung der Begriffe «Lesbe» oder «lesbisch» durch homosexuelle Frauen beantragt.

«Wir wenden uns gegen die willkürliche Nutzung des Namens unserer Heimat von Personen, die eigenartig sind», hiess es unter anderem in einer am Dienstag in der konservativen Zeitschrift «O Davlos» veröffentlichten Erklärung der drei Kläger, zu denen auch der «O Davlos»-Chefredaktor Dimitris Lambrou gehört.

«Sie reissen den Begriff «Lesbe» oder «lesbisch» an sich. Das wollen wir nicht zulassen», schrieb er. Er und zwei Frauen aus Lesbos empfänden es als «beschämend», den Namen ihres Geburtsortes zu nennen, da er weltweit mittlerweile etwas völlig anderes bedeute, hiess es. Der Antrag auf eine einstweilige Verfügung soll in Athen am 10. Juni behandelt werden.

Der Begriff «Lesbe» ist mit der Ost-Ägäis-Insel Lesbos verbunden. Von hier stammt die griechische Dichterin Sappho - eine der wichtigsten und bedeutendsten Poetinnen der Antike. Ihre Dichtung trägt homosexuelle Züge.

Daher wird seit den 60er Jahren das Wort «lesbisch» für weibliche Homosexualität gebraucht. Auf Lesbos finden jedes Jahr mehrmals Treffen lesbischer Frauen statt. Viele Inselbewohner sehen darin ein willkommenes und positives Ereignis, da die Insel auch vom Tourismus lebt.

(sda)

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