Aktualisiert 21.08.2019 11:09

Verschobene SterneLeser entdeckt Fehler auf dem neuen 20er-Nötli

Die Sternkarte auf dem 20er-Nötli ist nicht korrekt dargestellt. Die SNB und Gestalterin Manuela Pfrunder wollen von einem Fehler nichts wissen.

von
Dominic Benz
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Auf dem neuen 20er-Nötli hat sich ein Fehler eingeschlichen. «Die Sternbilder über dem Globus sind falsch positioniert», stellt Leser Johannes Kasparian fest. Der Polarstern (blauer Pfeil) im Sternbild Kleiner Wagen müsste genau auf der gedachten Verlängerung der Erdachse (schwarzer Pfeil) liegen.

Auf dem neuen 20er-Nötli hat sich ein Fehler eingeschlichen. «Die Sternbilder über dem Globus sind falsch positioniert», stellt Leser Johannes Kasparian fest. Der Polarstern (blauer Pfeil) im Sternbild Kleiner Wagen müsste genau auf der gedachten Verlängerung der Erdachse (schwarzer Pfeil) liegen.

In Wirklichkeit sieht es so aus wie hier auf dem Bild: Der Polarstern liegt in der Verlängerung der Erdachse. Da sich die Erde um die eigene leicht geneigte Achse dreht, ist der Polarstern für uns ein Fixstern am Himmel und zeigt stets Norden an. Wenn man von der nördlichen Hemisphäre aus zum Polarstern blickt, scheint sich also der ganze Sternenhimmel um den Polarstern zu drehen.

In Wirklichkeit sieht es so aus wie hier auf dem Bild: Der Polarstern liegt in der Verlängerung der Erdachse. Da sich die Erde um die eigene leicht geneigte Achse dreht, ist der Polarstern für uns ein Fixstern am Himmel und zeigt stets Norden an. Wenn man von der nördlichen Hemisphäre aus zum Polarstern blickt, scheint sich also der ganze Sternenhimmel um den Polarstern zu drehen.

Screenshot br-online.de
Den Fehler auf der Note bestätigen Astronomen. «Die Erdachse ist leicht gekippt dargestellt. «Offenbar hat man dann die Sternenkarte ganz einfach nicht mit der Erdachse mitgedreht», so Christian Wernli, Physiker und Präsident der Schweizerischen Astronomischen Gesellschaft.

Den Fehler auf der Note bestätigen Astronomen. «Die Erdachse ist leicht gekippt dargestellt. «Offenbar hat man dann die Sternenkarte ganz einfach nicht mit der Erdachse mitgedreht», so Christian Wernli, Physiker und Präsident der Schweizerischen Astronomischen Gesellschaft.

Schweizerische Nationalbank

Fast jeder Schweizer hat es im Portemonnaie und benutzt es beinahe täglich beim Einkaufen oder Bezahlen im Restaurant: das 20er-Nötli. Seit zwei Jahren ist der neu gestaltete Geldschein im Umlauf und Teil der aktuellen neunten Banknotenserie. Was bisher kaum jemand wusste: In einem Sujet auf der Note hat sich ein Fehler eingeschlichen.

«Die Sternbilder über dem Globus sind falsch positioniert», stellt Leser Johannes Kasparian fest. Der Architekt und Hobby-Astronom ist enttäuscht. Er habe einer Kollegin im Büro anhand des Geldscheins die Rotation der Sterne über der Erde erklären wollen. «Leider ist das aber mit dem Bild auf der 20er-Note nicht möglich», sagt Kasparian.

«Das Sujet entspricht nicht der Realität»

Den Fehler bestätigen Astronomen. «Die Darstellung entspricht nicht genau der Realität», sagt Christian Wernli auf Anfrage. Laut dem Physiker und Präsident der Schweizerischen Astronomischen Gesellschaft (SAG) müsste der Polarstern im Sternbild Kleiner Wagen genau auf der gedachten Verlängerung der Erdachse liegen. Auf der Note ist das aber nicht der Fall. «Die Erdachse ist leicht gekippt dargestellt. Offenbar hat man dann die Sternkarte ganz einfach nicht mit der Erdachse mitgedreht», so Wernli.

Die Besonderheit sei ihm sofort aufgefallen und habe auch bei der SAG zu reden gegeben. Grund dafür sei wohl, dass die Sternbilder so abgebildet sind, als würde man sie von der Erde aus mit Blick nach oben betrachten. Die Darstellung suggeriere aber, dass man von oben herab auf die Sternbilder schaue, weil unter der Sternkarte die Erdkugel abgebildet sei, sagt Wernli. Erfreulich sei, dass man im Gegensatz zur 20er-Note bei der 200er-Note sehr genau gearbeitet habe. «Dort ist die Darstellung der ganzen Entwicklung unseres Weltraums perfekt gelungen.»

«Das ist kein Fehler»

Manuela Pfrunder, die die neuen Banknoten gestaltet hat, verteidigt sich. «Das ist aus unserer Sicht kein Fehler», sagt die Grafikerin zu 20 Minuten. Auch wenn man die Sternbilder auf ihre Richtigkeit von Astronomen habe prüfen lassen, bilde man auf den Noten keine exakten Wissenschaften ab. «Man darf das nicht so streng sehen», so Pfrunder. Als Designerin der neuen Banknoten habe sie sich für die Sujets gewisse darstellerische Freiheiten herausnehmen müssen.

Auch die SNB winkt ab. Die Darstellungen über dem Globus zeige den Sternenhimmel, wie er über der Nordhalbkugel mit Blick nach Norden sichtbar sei. «Die genaue Gestaltung der einzelnen Motive auf den Noten der neunten Banknotenserie unterliegt der künstlerischen Freiheit», teilt ein SNB-Sprecher mit.

Für Leser Kasparian bleibt die Darstellung auf dem Nötli unbefriedigend. Es sei schade, dass das Sujet nicht der Wirklichkeit entspreche. «Der Polarstern ist immerhin der wichtigste Orientierungspunkt im nördlichen Nachthimmel.»

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