Aktualisiert 25.09.2014 10:01

Kapellbrücken-Beleuchtung

Leser favorisieren anderes Projekt als Jury

Wie soll die Kapellbrücke nachts beleuchtet werden? Über 3300 20-Minuten-Leser haben entschieden - eine Mehrheit favorisiert ein anderes Projekt als die siebenköpfige Jury.

von
cza

«Welche Beleuchtung der Kapellbrücke gefällt Ihnen am besten?» Diese Frage stellten wir unseren Lesern. Und sie entschieden deutlich, welches der neun eingereichten Projekte zur Neuinzsenierung der Brücke ihnen am besten gefällt: Von über 3300 Teilnehmern am Rating stimmten 842 Personen für das Projekt Szenerie im Wandel, das damit auf Rang 1 landete. Auf dem zweiten Platz kommt das Projekt Panta Rhei mit 664 Stimmen. Knapp dahinter folgt das Lichtwunder von Luzern mit 623 Klicks.

Siegerprojekt der Jury landet auf Platz 4

Auf 494 Stimmen kommt das Projekt «Partikel Plan» (Rang 4). Es ist jene Inszenierung, welche die siebenköpfige Jury am meisten überzeugte. Diese erkor es in eigener Kompetenz unter den neun eingereichten Projekten. Die neun Vorschläge waren aufgrund eines von der IG Inszenierung Kapellbrücke/Wassertum durchgeführten Wettbewerbes eingereicht worden. Das Volk wurde nie miteinbezogen, um zu entscheiden, wie Luzerns Wahrzeichen nachts neu in Szene gesetzt werden könnte.

Leser übten Kritik an der Inszenierung Partikel Plan: «Es erinnert an eine Kinderdisco im Europapark Rust. In zehn Jahren wird man sich dafür in Grund und Boden schämen», so ein Leser. «Es sieht schon ein wenig nach Chilbi aus», schreibt eine andere Person. Es gibt aber durchaus auch Lob: «Warum nur wird in Luzern immer zuerst alles kritisiert, der Vorschlag ist doch wirklich sehr schön», lautet eine weitere Meinung.

«Szenerie im Wandel» sei «sehr plakativ»

Jürg Rehsteiner, Juror und Stadtarchitekt von Luzern, wollte das Ergebnis des Ratings nicht kommentieren. Zum Entschluss der Jury sagt er: «Es war ein einstimmiger Entscheid und ich bin überzeugt, dass wir das beste Projekt ausgewählt haben.» Über allfällige Nachteile des Projektes «Szenerie im Wandel», dem Lieblings-Vorschlag der Teilnehmer am 20 Minuten-Rating, äusserte sich Rehsteiner ebenfalls nicht. Aus dem Jurybericht der IG Kapellbrücke/Wasserturm geht aber hervor, dass die Sonderinszenierung beim Projekt Szenerie im Wandel «sehr plakativ» sei. «Es ist fraglich, ob die von touristischer Seite gewünschte zusätzliche Attraktivierung dadurch erreicht werden kann», heisst es im Bericht weiter. Beim Projekt Szenerie im Wandel sollten zu speziellen Anlässen grosse Signete wie etwa das Logo des Lucerne Festivals oder am Nationalfeiertag ein grosses Schweizer Kreuz auf die Seeseite der Brücke projiziert werden.

Zudem wären bei diesem Projekt auch die Spreuerbrücke und Teile der Altstadt einbezogen worden - was von der IG bei der Aufgabenstellung nicht gefordert wurde.

Der Wettbewerb hatte vorgegeben, einerseits die normale Grundbeleuchtung zu verstärken und andererseits die Kapellbrücke bei speziellen Anlässen attraktiver erscheinen zu lassen.

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