Aktualisiert 26.03.2020 15:03

Seengen AGLeser stösst in Wohnung auf riesiges Hornissennest

In Seengen AG ist ein Leser-Reporter seit längerem dabei, eine Wohnung umzubauen. Nun stiess er dort auf dem Balkon auf ein imposantes Hornissennest. Ein Experte ordnet den Fund ein.

von
mhu

Und so sieht das riesige Hornissennest aus. (Video: Leser-Reporter/Jil)

«Zuerst bin ich schon ein bisschen erschrocken, obwohl ich anfänglich dachte, es handle sich ‹nur› um einen Bienenstock», so der Leser-Reporter. Der 63-jährige Schreiner ist seit längerem dabei, eine Wohnung in Seengen AG umzubauen. Am Montag betrat er das erste Mal seit zwei Jahren den Balkon. Als er die Abdeckplatte von seinem Balkonreduit wegnahm, traf er auf das Hornissennest.

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Am Montag stiess ein Leser-Reporter in Seengen AG auf ein riesiges Hornissennest, wie er erzählt.

Am Montag stiess ein Leser-Reporter in Seengen AG auf ein riesiges Hornissennest, wie er erzählt.

Leser-Reporter
Entdeckt habe der Schreiner das Nest auf dem Balkon.

Entdeckt habe der Schreiner das Nest auf dem Balkon.

Leser-Reporter
Er habe sich schon ein bisschen darüber erschrocken.

Er habe sich schon ein bisschen darüber erschrocken.

Leser-Reporter

Das Nest habe er erst jetzt entdeckt, weil er in den letzten beiden Jahren auf den Bau des Wohnungsinneren fokussiert und deshalb nicht auf dem Balkon gewesen sei.

Tote Hornissen am Boden

Er habe noch nie zuvor ein so gewaltiges und imposantes Nest gesehen. «Es ist sicher zwischen 50 bis 60 Zentimeter hoch und etwa 30 bis 40 Zentimeter breit.» Erst nachdem er sich im Internet erkundigt habe, sei ihm klar geworden, dass es sich hier um den Bau von Hornissen handle. «Selbst auf den Bildern, die ich im Internet fand, war keines der Nester so gross wie das auf meinem Balkon.»

Angst habe er keine. «Das Nest ist leer, ausser ein paar toten Hornissen am Boden bin ich auf keine weiteren Tiere gestossen.» Er überlege sich jetzt, das Nest in den nächsten Tagen selbst zu entsorgen. Doch bevor er dies tue, wolle er abwarten, ob sich ein Experte dafür interessiere. «Ich finde die Bauweise des Nests wahnsinnig schön und speziell.»

Experte schätzt ein

Doch ist das überhaupt erlaubt? David Hablützel von der Imkerei Hablützel im Thurgau, die sich für den Bienen-, Wespen- und Hornissenschutz einsetzt, sagt auf Anfrage: «Der Mann kann das Nest im Wald deponieren – bitte nicht gleich am Wegrand, sondern mitten im Wald. Andere Tiere finden Freude daran, das Baumaterial zu verwenden oder die abgestorbenen Larven zu tilgen.»

Das Nest, das sich in der Wohnung des Lesers befinde, sei im Gegensatz zu anderen mittelgross, sagt Hablützel. «Es beherbergte ungefähr 500 Hornissen Arbeiterinnen und Königinnen.» In anderen Hornissennestern würden je nach Standort und Platzverhältnissen zum Teil bis zu 1000 und mehr Tiere leben, weiss er.

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