Grosse Kräuseljagdspinne: Leserin findet grosse Spinne in ihrem Einkauf – Experte klärt auf
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Grosse KräuseljagdspinneLeserin findet grosse Spinne in ihrem Einkauf – Experte klärt auf

Ein News-Scout entdeckte im Einkauf eine grosse, haarige Spinne. Da die Leserin Bananen kaufte, ging sie von einer exotischen Art aus, die sich eingeschlichen hatte. Ein Experte gibt nun Auskunft darüber, was es mit dem Tier auf sich hat.

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Diese Spinne fand News-Scout Meltem in ihrem Einkauf.

Diese Spinne fand News-Scout Meltem in ihrem Einkauf.

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Dabei handelt es sich um die Grosse Kräuseljagdspinne. Sie ist für einheimische Verhältnisse sehr gross.

Dabei handelt es sich um die Grosse Kräuseljagdspinne. Sie ist für einheimische Verhältnisse sehr gross.

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«Besonderes Medienecho hat die Spinne auch deshalb erlangt, weil sie als eine der wenigen einheimischen Arten mit ihren Giftklauen die menschliche Haut durchdringen kann», sagt Prof. Dr. Wolfgang Nentwig vom Institut für Ökologie und Evolution der Universität Bern. Für den Menschen ist der Biss aber harmlos.

«Besonderes Medienecho hat die Spinne auch deshalb erlangt, weil sie als eine der wenigen einheimischen Arten mit ihren Giftklauen die menschliche Haut durchdringen kann», sagt Prof. Dr. Wolfgang Nentwig vom Institut für Ökologie und Evolution der Universität Bern. Für den Menschen ist der Biss aber harmlos.

20 Minuten

Darum gehts

  • News-Scout Meltem fand in ihrem Einkauf eine grosse Spinne.

  • Da die Leserin Bananen einkaufte, ging sie davon aus, dass es sich um eine exotische Art handelt.

  • Ein Experte der Uni Bern klärt auf. Es handelt es sich um die Grosse Kräuseljagdspinne.

  • Die Spinne kann beissen und mit ihren Giftklauen kann sie menschliche Haut durchdringen. Der Biss ist für den Menschen jedoch harmlos.

News-Scout Meltem war am Donnerstag in der Berner Innenstadt unterwegs, um einige Einkäufe zu erledigen. Im Ryfflihof-Coop, in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs, kaufte sie Bananen und Waschmittel ein. Zuhause folgte dann der grosse Schreck: «Plötzlich krabbelte eine grosse, haarige Spinne unter dem Wachmittel hervor.» Obwohl sie normalerweise keine Angst vor Spinnen habe, habe sie sich extrem erschrocken und sofort einen Insektenspray geholt. «Es gab eine Verfolgungsjagd durch die ganze Wohnung, am Schluss hat sie sich in einem Schacht versteckt», sagt News-Scout Meltem. Damit die Leserin ruhig schlafen konnte, hat sie den Schacht zugeklebt. «Am nächsten Morgen lag die Spinne dann tot darin.»

News-Scout Meltem ging davon aus, dass die Spinne hier nicht heimisch war. Die Vermutung lag nahe, dass sich die Spinne im Herkunftsland der Bananen in einen Karton geschlichen und so in die Schweiz gelangt war. Dem ist aber nicht so, wie ein Experte der Uni Bern klärt: «Bei dieser Spinne handelt es sich um die Grosse Kräuseljagdspinne. Das ist wohl die Spinnenart, die in den letzten zwei Jahrzehnten in Mitteleuropa am meisten Medienpräsenz erlebt hat», sagt Wolfgang Nentwig vom Institut für Ökologie und Evolution der Universität Bern.

«Das Erschrecken ist vorprogrammiert»

«Diese Spinnenart ist erst in den 1990er Jahren nördlich der Alpen aufgetaucht und hat sich seitdem stark verbreitet. Zuerst in Österreich und in der Schweiz, dann in Deutschland, bis nach Holland», sagt der Spinnen-Experte. Der Fund der Spinne habe also nichts mit dem Herkunftsland der Bananen zu tun: «Sie wurde nicht mit Bananen transportiert, sondern gelangte erst beim Transport innerhalb der Schweiz oder im Geschäft zwischen die Bananen.»

Die Spinnenart fällt auf: «Sie ist für einheimische Verhältnisse sehr gross», sagt Nentwig. Mit ihrer Körperlänge von 19 Millimeter und der Beinspannweite von bis zu 8 Zentimeter, sticht die Grosse Kräuseljagdspinne ins Auge. «Im Haus geht die nachtaktive Art nachts auf Beutefang und sitzt dann plötzlich groß und auffällig an der Wand oder an der Decke, wenn man ein Zimmer betritt. Das Erschrecken ist vorprogrammiert, obwohl kein Grund dafür besteht.»

Bissig, aber kein Grund zur Panik

Die Spinne sorgte jedoch nicht nur mit ihrer Ausbreitung nördlich der Alpen für Schlagzeilen: «Besonderes Medienecho hat die Spinne auch deshalb erlangt, weil sie als eine der wenigen einheimischen Arten mit ihren Giftklauen die menschliche Haut durchdringen kann», sagt Wolfgang Nentwig. Versuche man die Spinne mit der Hand einzufangen, fühle sie sich bedroht und beisse zu. «Dabei ist die Giftwirkung ausgesprochen harmlos und vergleichbar mit einem Mückenstich. Also auch diesbezüglich Entwarnung: kein Grund zur Panik.»

(RC)

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