Aktualisiert 02.01.2012 19:18

King Roger

Letzte Chance auf den letzten Rekord?

Am Dienstag startet Roger Federer (30) in Doha in das Tennisjahr 2012. Der Schweizer will beweisen, dass er noch immer zu grossen Siegen fähig ist.

von
Sandro Compagno
Schafft Roger Federer dieses Jahr den Weg an die Spitze zurück? Foto: afp

Schafft Roger Federer dieses Jahr den Weg an die Spitze zurück? Foto: afp

«Es wäre verrückt, Federer abzuschreiben», hatte John McEnroe im Februar letzten Jahres im Interview mit 20 Minuten gesagt. Die Tennislegende traut Federer noch immer zu, ein ­Major-Turnier zu gewinnen. Dies, obwohl der Baselbieter 2011 erstmals seit 2002 ohne Sieg an einem der vier Grand-Slam-Turniere blieb.

Erst Ende Jahr fand Federer zu alter Stärke zurück. Er gewann die Turniere von Basel, Paris-Bercy und die ATP-Weltmeisterschaft in London und sagte nachher: «Es ist zwar ein langer Weg. Aber ich kann wieder die Nummer 1 werden.» 285 Wochen stand Federer auf Platz 1 der ATP-Weltrangliste – eine Woche fehlt zur Marke von Pete Sampras, dem vielleicht letzten grossen Rekord, den Federer jagt.

Der Sieg am Saisonfinale in London hat nicht nur gezeigt, dass Federer weiter siegen kann. Er belegt vor allem, dass die aktuelle Weltnummer 3 dann siegt, wenn die Konkurrenten Novak Djokovic (ATP 1) und Rafael Nadal (ATP 2) unter Wert spielen. Djokovic war in London nach einer Fabelsaison mit 76 Siegen ausgelaugt, Nadal litt unter Schulterproblemen.

Am 30. und 31. Dezember traf Federer an einer Exhibition in Abu Dhabi auf die beiden vor ihm klassierten Tennisspieler: Von Djokovic wurde er 2:6, 1:6 abgewatscht, von Nadal 1:6, 5:7 bezwungen. Das sei kein Beinbruch, meinte Federer: «Es ist noch sehr früh in der Saison. Da ist es normal, dass man noch nicht in Bestform ist.»

Heute bestreitet Federer gegen den Russen Nikolai Dawydenko den ersten Ernstkampf 2012 beim ATP-Turnier in Doha. In zwei Wochen beginnt in Melbourne das erste Grand-Slam-Turnier des neuen Jahres. Will Federer an die Spitze der Tenniswelt zurück, muss er bis dann in Bestform sein. Die Zeit spricht nicht für den 30-Jährigen.

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