Aktualisiert 08.03.2011 15:27

JugendkriminalitätLetzte Chance für 19-jährigen Räuber

Ein Teenager, der mehrere Raubüberfälle begangen hat, muss nicht ins Gefängnis. Dies, weil er seit letztem Sommer straffrei ist.

Arbeitserziehung statt Gefängnis: Das Bezirksgericht gibt einem 19-Jährigen eine allerletzte Chance.

Arbeitserziehung statt Gefängnis: Das Bezirksgericht gibt einem 19-Jährigen eine allerletzte Chance.

Das Bezirksgericht Zürich gibt einem 19-Jährigen eine allerletzte Chance: Es hat einen auf vier Jahre angesetzten Freiheitsentzug am Dienstag zugunsten einer Arbeitserziehung für junge Erwachsene aufgeschoben. Der Mann hatte im Kanton mehrere Raubüberfälle begangen.

Der Jugendliche hatte an Weihnachten 2009 mit einem Kollegen am Zürcher Hauptbahnhof in einem wartenden Zug einen Passagier überfallen. Die Täter nahmen dem Opfer 530 Euro und 40 Franken ab. Vor diesem Raub hatte das Duo in Zürich schon einen Passanten niedergeschlagen und ihm sein Mobiltelefon sowie 80 Franken gestohlen.

Die Polizei nahm den damals 18-Jährigen einige Stunden nach der Tat fest. Er sass bis im Februar 2010 in Haft. Nur eine Woche nach seiner Entlassung überfiel der Jugendliche mit einem anderen Mann am späten Abend am Bahnhof Hinwil eine diensthabende SBB- Büroangestellte. Die Männer bedrohten die Frau mit einem Messer, verletzten sie am Finger und fesselten sie mit Klebeband. Sie erbeuteten eine Bankomaten-Karte und 40 Franken in bar.

Nicht mehr straffällig geworden

Seit letztem Sommer befindet sich der umfassend geständige Schweizer nun in einer Arbeitserziehung. Er sei nicht mehr straffällig geworden und wolle eine Lehre als Maler beginnen, hiess es vor Gericht. Staatsanwaltschaft und Verteidigung plädierten für den Aufschub einer Freiheitsstrafe von dreieinhalb Jahren zugunsten der bereits eingeleiteten Massnahme für junge Erwachsene.

Das Gericht erhöhte das Strafmass auf vier Jahre Freiheitsentzug. Es gab dem Angeklagten dennoch eine letzte Chance, indem es die Arbeitserziehung anordnete. Die beim Überfall verletzte SBB- Angestellte erhält 500 Franken Schmerzensgeld.

(sda)

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