Aktualisiert 09.03.2011 12:45

Grameen BankLetzte Chance für Nobelpreisträger

Muhammad Yunus kämpft verzweifelt um seine Macht. Der Friedensnobelpreisträger wehrt sich vor Gericht gegen seinen Rausschmiss als Chef seiner Grameen Bank.

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sas/dapd

Der Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus hat am Mittwoch Rechtsmittel gegen die Entscheidung eines Gerichts in Bangladesch eingelegt, das seine Absetzung als Direktor der Grameen Bank am Vortag bestätigt hatte. Eine Anhörung ist laut Yunus' Anwältin Sara Hossain für den heutigen Tag geplant. Die Eingabe vor dem Obersten Gericht ist Yunus' letzte juristische Möglichkeit im Bemühen, seinen Posten bei der Grameen Bank zu retten.

Die Zentralbank Bangladeschs gab die Entlassung von Yunus in der vergangenen Woche bekannt und begründet sie damit, dass er über eine bindende Altersgrenze von 60 Jahren hinaus im Amt geblieben sei. Der 70-Jährige ist Gründer der Grameen Bank, die Mikrokredite an Mittellose vergibt und heute neun Millionen Schuldner zählt.

Yunus gilt als Gründer des Mikrofinanz-Gedankens, weshalb er 2006 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde. Sein Konzept: Arme Menschen mit Hilfe von günstigen Kleinstkrediten zu Unternehmern machen und damit die Armut lindern.

Zwist mit Premierministerin

Yunus gilt als Kritiker der Regierung Bangladeschs, die bisher mit 25 Prozent an der Grameen Bank beteiligt ist. Die Premierministerin möchte den Anteil des Staates aber auf 60 Prozent erhöhen, was Yunus missfällt. Den Zwist trugen die beiden Parteien auch in der Öffentlichkeit aus: Die Premierministerin warf dem Nobelpreisträger kürzlich vor, sich um Steuerzahlungen zu drücken und mit Mikrokrediten das «Blut der Armen auszusaugen».

Gegen Yunus sprechen auch Vorwürfe wegen veruntreuter Entwicklungsgelder. Konkret soll der Bankdirektor zweckgebundene Entwicklungshilfegelder in andere Projekte gesteckt haben. Yunus wies die Vorwürfe stets zurück und betonte seine Unschuld. Dennoch leitete Bangladeschs Premierministerin Skeikh Hasina im Januar 2011 eine Untersuchung ein, die Ende März abgeschlossen werden soll.

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