Aktualisiert 03.12.2006 19:43

Letzte Ehre: Kondolenzbuch und Gottesdienst für Wafa

Bern trauert um Kurt Wasserfallen: Mit einem Kondolenzbuch und einem Gedenkgottesdienst im Münster will der Gemeinderat seinen verstorbenen Kollegen würdigen.

«Wir halten die Trauerfeierlichkeiten so, wie es Kurt Wasserfallen gewünscht hätte – bescheiden», sagt Stadtpräsident Alexander Tschäppät. Vollblutpolitiker Wafa hat in der Nacht auf Samstag seinen letzten Kampf verloren: Der 59-Jährige starb im Kreise seiner Familie an Krebs.

Ab heute liegt im Gemeinderatssaal des Erlacherhofs ein Kondolenzbuch auf. «Dort kann sich jeder eintragen, der ihn gekannt und geschätzt hat», so Tschäppät. Zudem gibt es am 11. Dezember um 11 Uhr einen Gedenkgottesdienst im Berner Münster. Die eigentliche Beerdigung findet im engste Familienkreis statt. In der Stadt stehen die Fahnen derzeit auf Halbmast.

Wer Wasserfallens Platz in der Berner Exekutive einnehmen wird, entscheidet eine Nachwahl. Den Termin beschliesst der Gesamtgemeinderat in seiner nächsten Sitzung. Um den freien Sitz dürfte es zu einer bürgerlichen Kampfwahl kommen: Die SVP will versuchen, den Sitz zu erobern, die CVP schliesst eine Kandidatur nicht aus.

Unklar ist auch, wer in den Nationalrat nachrutscht. Auf dem ersten Ersatzplatz befindet sich der Bieler Jurist Marc F. Suter, der 2003 die Wiederwahl nicht schaffte. Er will heute seinen Entscheid bekannt geben.

Raffaela Moresi

Seine Liebe zur Stadt Bern

Kurt Wasserfallen bezeichnete sich selbst einmal als «Stachel im Fleisch von Rot-Grün». Seine Politkollegen bekamen diese Kampfeslust öfters zu spüren – etwa erst kürzlich bei der Road-Pricing-Debatte. Hemmungslos wetterte Wafa gegen Beschlüsse von Stadt und Kanton. «Er war nicht immer ein bequemer Mitstreiter und hat viele in seiner Art herausgefordert», wie aus dem Berner Gemeinderat verlautete. Linken Zorn zog Wasserfallen auch mit der Einführung des Wegweisungsartikels oder mit seinem nimmermüden Einsatz gegen die Legalisierung von Cannabis auf sich. Seinen lockeren Umgang mit dem Kollegialitätsprinzip demonstrierte der promovierte Chemiker einmal mehr beim Thema Aare-Hochwasserschutz: Als Privatmann zog er eine Beschwerde bis ans Bundesgericht. Dennoch sind sich wohl selbst Wafas politische Gegner einig: Sein Leitmotiv war die Liebe zur Stadt Bern.

(ram)

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