Aktualisiert 23.01.2008 12:06

Letzte Eyak nimmt die Sprache mit ins Grab

Mit dem Tod von Marie Smith Jones ist die Welt um eine Volkssprache ärmer. Die 89-Jährige war die letzte Vertreterin ihres Volkes, die die Eyak-Sprache beherrschte.

Das letzte Mitglied des Volks der Eyak in Alaska ist im Alter von 89 Jahren gestorben. Marie Smith Jones war zugleich die letzte, die die Eyak-Sprache fliessend beherrschte. «Mit ihrem Tod ist die Eyak-Sprache ausgestorben», sagte Michael Krauss, ein Linguist an der Universität von Alaska in Fairbanks. Er hatte seit Jahren mit Jones zusammengearbeitet, um die zur athabaskischen Familie zählende Sprache für die Nachwelt aufzuzeichnen.

Jones starb nach Angaben ihrer Tochter Bernice Galloway am Montag friedlich im Schlaf in ihrem Haus in Anchorage. «Unseres Wissens war sie die letzte lebende Vollblut-Eyak», sagte Galloway. Jones hatte 1948 einen Fischer aus Oregon geheiratet, das Paar bekam neun Kinder. Keines von ihnen lernte jedoch Eyak, denn zur damaligen Zeit galt es als opportun, nur Englisch zu sprechen, wie Galloway sagte. Später habe sich Jones für den Umweltschutz engagiert und zweimal vor den Vereinten Nationen zu Friedensfragen gesprochen.

Der Linguist Krauss erstellte mit Jones' Hilfe ein Wörterbuch und eine Grammatik. Fast 20 weitere Sprachen der Ureinwohner von Alaska sind ebenfalls vom Aussterben bedroht, wie Krauss erklärte.

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