FDP-Nationalrätin: Letzte Steuerrechnung erhielt Moret vor 10 Jahren
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FDP-NationalrätinLetzte Steuerrechnung erhielt Moret vor 10 Jahren

Die FDP-Nationalrätin Isabelle Moret wurde seit 2008 nicht mehr rechtskräftig besteuert. Jetzt fordert die Steuerbehörde absolute Transparenz.

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sep
Muss jetzt völlige Transparenz schaffen: Isabelle Moret bekam 2008 die letzte definitive Steuerrechnung zugeschickt. (Herbstsession 2017)

Muss jetzt völlige Transparenz schaffen: Isabelle Moret bekam 2008 die letzte definitive Steuerrechnung zugeschickt. (Herbstsession 2017)

Keystone/Monika Flückiger

Finanz­direktor Pascal Broulis, seit 2002 im Amt, entrichtet seine Steuern im steuergünstigen Sainte-Croix, obwohl er mit seiner Ehefrau seit Jahren in Lausanne lebt und seinen Sohn in der Kantonshauptstadt in die Schule schickt.

Doch Broulis ist nicht der einzige Waadtländer Freisinnige mit fraglicher Steuerrechnung. Nun zeigen Recherchen des «Tages-Anzeigers», dass auch Broulis' Parteikollegin Isabelle Moret in ihrer Heimat ein aussergewöhnlich grosszügiges Steuerregime geniesst. Die Waadtländer Steuerverwaltung hat der Politikerin, die im Herbst als Bundesrätin kandidierte und 2020 Nationalratspräsidentin werden soll, letztmals im Jahr 2008 eine definitive Steuerrechnung zugeschickt. Rechtskräftig besteuert wurde sie seither nicht mehr.

Freischaffende Rechtsberaterin

Die Steuererklärungen der Nationalrätin, die den Anwaltsberuf 2013 aufgab und diverse Verwaltungsratsmandate besitzt, waren bereits während ihrer Bundesratskandidatur vergangenen Sommer ein Thema. Damals sagte Moret, sie sei freischaffende Rechtsberaterin und ziehe von ihrem Umsatz die Löhne ihrer parlamentarischen Assistenten, die Saläre ihrer zwei Teilzeitmitarbeiter, Sozialversicherungsleistungen, Transport- und Hotelkosten, Büromiete und Materialkosten ab. Ihr Umsatz betrage rund 310'000 Franken, ihr steuerbares Einkommen die Hälfte.

Jetzt allerdings zweifelt die Steuer­behörde diese Abzüge an. Isabelle Moret muss nun volle Transparenz schaffen: Arbeitsverträge, Lohnausweise und Spesenrechnungen vorlegen, im äussersten Fall gar die Identität ihrer Angestellten melden und deren Pflichtenhefte einreichen.

Übernommen von «Tages-Anzeiger», bearbeitet von «20 Minuten».

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