Aktualisiert 23.09.2011 12:59

Flüchtlinge weggebrachtLetzte Tunesier verlassen Lampedusa

Nachdem bereits hunderte tunesische Flüchtlinge nach Sizilien gebracht worden sind, haben nun auch die letzten 70 die italienische Insel Lampedusa verlassen. Jetzt sei die Lage «unter Kontrolle», sagt die Polizei.

In der Nacht auf Freitag, sind die letzten 70 tunesischen Flüchtlinge und Migranten von Lampedusa nach Sizilien gebracht worden. Währenddessen feierte die Insel ihre Schutzpatronin, die Muttergottes des Hafens.

Am Donnerstag waren rund 1000 Tunesier mit zwei Schiffen und einer Luftbrücke nach Sizilien und aufs italienische Festland gebracht worden. Von hier aus sollen sie nach Tunesien abgeschoben werden.

«Die Situation auf Lampedusa ist unter Kontrolle», versicherte der Polizeichef der sizilianischen Stadt Agrigent, Giuseppe Bisogno, der die Insel nach den Krawallen am Dienstag und Mittwoch erreicht hatte.

Migranten auf Lampedusa

Die Polizei verhaftete vier Tunesier, die für den Brand im Auffanglager der Insel am Dienstag verantwortlich gemacht werden. Festgenommen wurden zudem drei Tunesier wegen des Vorwurfs des Menschenhandels.

Küstenwache rettet 98 Migranten

Keine Migranten mehr

Unterdessen wurde ein Boot mit 75 tunesischen Flüchtlingen, das auf Lampedusa zusteuerte, von der italienischen Küstenwache gesichtet und in die sizilianische Hafenstadt Porto Empedocle eskortiert. Der italienische Innenminister Roberto Maroni versprach dem Bürgermeister Lampedusas, Bernardino De Rubeis, dass keine Migranten mehr auf der Insel landen würden.

Flüchtlingsinvasion auf Lampedusa

26 Tunesier, die die Mittelmeerinsel Linosa unweit von Lampedusa erreicht hatten, wurden von den Schleppern gezwungen, im Dunklen kurz vor dem Strand das Boot zu verlassen. Die Schlepper verschwanden mit dem Boot. Die Tunesier verbrachten die Nacht auf Linosa mit weiteren 72 Landsleuten, die sich bereits auf der Insel befanden.

Hunderte tunesische Migranten hatten am Mittwoch unweit des Hafens gegen ihre Abschiebung protestiert. Dabei lieferten sie sich Zusammenstösse mit der Polizei.

Die Gewalt war nach dem Brand im Auffanglager Lampedusas ausgebrochen, in dem bis Dienstag 1300 Personen untergebracht waren. Die Flammen im einzigen Auffanglager der Insel entwickelten sich in der Küche und im Lager, in dem die Lebensmittel aufbewahrt waren. Ein Grossteil des Auffanglagers wurde vom Feuer zerstört.

Die Revolte in Bildern:

(sda)

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