Letzter Applaus für Luciano Pavarotti
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Letzter Applaus für Luciano Pavarotti

Am Schluss der bewegenden Trauerfeier für Startenor Luciano Pavarotti im Dom von Modena erhoben sich die Trauergäste von ihren Plätzen und spendeten minutenlang Beifall, nachdem zuvor noch einmal die Stimme des grossen Sängers auf einer Aufnahme aus dem Jahr 1978 erklungen war.

In der Einspielung sang Pavarotti mit seinem Vater Fernando das Lied «Panis Angelicus» im Duett.

Mit der Trauerfeier nahmen Italien und die Musikwelt Abschied von dem am Donnerstag im Alter von 71 Jahren gestorbenen Künstler. Unter den geladenen Trauergästen waren zahlreiche Vertreter aus Politik und Kultur, darunter der italienische Ministerpräsident Romano Prodi, der frühere UN-Generalsekretär Kofi Annan, Rockstar Bono, der Regisseur Franco Zeffirelli sowie der Intendant der Mailänder Scala, Stephane Lissner, und der frühere Intendant der Metropolitan Opera in New York, Joe Volpe. Auf dem Platz vor dem Gotteshaus verfolgten Tausende Menschen über eine Grossleinwand die Feier, die in vielen Ländern live im Fernsehen übertragen wurde.

Eröffnet wurde die Trauerzeremonie von der in Bulgarien geborenen Sopranistin Raina Kabaivanska mit «Ave Maria». Sie brach während des Vortrags in Tränen aus. Der Tenor Andrea Bocelli trug Mozarts «Ave Verum Corpus» vor. Absagen musste sein Kollege José Carreras. Er sollte am Samstagabend ein Konzert in Bonn auf dem Museumsplatz geben und wollte dies Pavarotti widmen.

Während des vom Erzbischof von Modena, Benito Cocchi, zelebrierten Gottesdienstes wurde auch ein Kondolenzschreiben von Papst Benedikt XVI. verlesen, in dem er die besondere musikalische Ausdruckskraft des Pavarottis hervorhob. Der vor dem Altar aufgebahrte weisse Ahornsarg Pavarottis war mit Sonnenblumen geschmückt, den Lieblingsblumen des Künstlers. Vor dem Sarg hatte Pavarottis Witwe Nicoletta Mantovani Platz genommen.

Zu Ehren Pavarottis flog nach der Trauerfeier eine Formation der italienischen Luftwaffe über den Dom und malte mit Rauch die italienischen Nationalfarben Rot, Weiss und Grün an den Himmel.

«Luciano Pavarotti hat Italien grosse Ehre erwiesen. Jetzt ehrt Italien Luciano Pavarotti,» sagte der italienische Staatspräsident Giorgio Napolitano, der am Freitag Pavarotti die letzte Ehre erwiesen hatte, dessen Leichnam im Dom aufgebahrt war. Der Dom war bis kurz vor der Trauerfeier für die Allgemeinheit geöffnet. Kondolenzbücher lagen vor der Kirche aus. Nach Schätzungen der Stadtverwaltung von Modena defilierten insgesamt etwa 100.000 Menschen während der vergangenen Tage an dem Sarg vorbei.

Beigesetzt werden sollte Pavarotti auf dem Friedhof von Montale Rangone in der Nähe von Modena, wo auch die Gräber seiner Eltern und seines tot geborenen Sohns Riccardo sind. (dapd)

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