R.I.P.: Letzter Gruss – ein Pfiff aus 3000 Zügen
Aktualisiert

R.I.P.Letzter Gruss – ein Pfiff aus 3000 Zügen

Lokführer haben am Freitag um 14 Uhr schweizweit einen Pfiff mit der Lokpfeife abgegeben – in Gedenken an den beim Zug-Crash in der Waadt getöteten Kollegen.

von
nj

Lokführer in der ganzen Schweiz liessen am Freitag um 14 Uhr wie hier im HB Zürich einen Pfiff im Gedenken an den beim Crash getöteten Kollegen ertönen. (Video: Keystone)

Punkt 14 Uhr am Freitagnachmittag haben Lokführer in der ganzen Schweiz mit der Lokpfeife einen Pfiff abgegeben - zum Gedenken an ihren am Montag bei der Zugkollision in Granges-près-Marnand VD getöteten Kollegen. Zur gleichen Zeit begann in Frankreich die Trauerfeier für den Lokführer.

«Alle Lokführer, die nicht persönlich an der Beerdigung teilnehmen konnten, haben mit diesem Zeichen ihre Anteilnahme mit den Angehörigen ausgedrückt», sagte Urs Mächler, Zentralpräsident des Lokomotivpersonalverbandes SEV/LPV. Der Verband hat gemeinsam mit dem Verband Schweizer Lokmotivführer VSLF und dem Personalverband transfair die Aktion organisiert. Er selbst habe den Moment im Bahnhof Winterthur erlebt. «Das war ein sehr starkes Zeichen, ich hatte Tränen in den Augen», so Mächler. Am Zürcher Hauptbahnhof habe die Halle wegen der Pfiffe gebebt, hätten ihm Kollegen berichtet. Die Passagiere auf den Perrons applaudierten spontan. User von 20 Minuten sprechen von einer «immensen Gänsehaut», die sie ergriffen habe.

Grosse SBB-Delegation an der Beerdigung

Doch nicht nur in den Bahnhöfen erklang das Pfeifkonzert. Auch Lokführer von unterwegs schickten gestern um 14 Uhr einen Pfiff zu Ehren ihres verstorbenen Kollegen Richtung Westschweiz und Frankreich. Mächler schätzte, dass sich einige hundert Lokführer an der Aktion beteiligt haben.

Die Beisetzung des getöteten Lokführers in Frankreich, in der Nähe von Genf, fand auf Bitte der Trauerfamilie unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Eine Delegation von rund 50 SBB-Mitarbeitern wohnte der Trauerfeier bei, darunter SBB-Konzernchef Andreas Meyer und die Direktionsmitglieder Jeannine Pilloud und Kathrin Amacker.

Am Montagabend sind im Kanton Waadt zwischen Payerne und Moudon zwei Regionalzüge frontal aufeinandergeprallt. Dabei wurden 25 Personen verletzt, ein Lokführer kam ums Leben. Der 24-jährige Franzose, der in Payerne wohnte, war erst seit wenigen Monaten Lokführer. (nj/sda)

Deine Meinung