Aktualisiert 11.08.2009 16:34

Schweiz - ItalienLetzter Test vor den Spielen der Entscheidung

Knapp einen Monat vor dem entscheidenden Heimspiel gegen die Griechen in der WM-Qualifikation testet das Schweizer Nationalteam in Basel gegen Italien. Gegen den angeschlagenen Weltmeister wünscht sich Ottmar Hitzfeld ein positives Resultat. Mit 20 Minuten Online sind sie ab 20.45 Uhr live dabei.

31 000 Tickets hat der SFV 24 Stunden vor dem Anpfiff abgesetzt. Nur schon die grosse Kulisse deutet darauf hin, dass den Schweizern kein «normaler» Test bevorsteht. Der Titelträger der FIFA bittet zum Rendez-vous. «Jeder brennt auf einen Einsatz», beschrieb Hitzfeld die Atmosphäre innerhalb der Equipe.

Auf einen Test gegen einen Namenlosen im Juni verzichtete der Schweizer Selektionär bewusst. In jenem Monat wären die Spieler ohnehin gedanklich schon in den Ferien gewesen, begründete Hitzfeld. «Jetzt ist die Anspannung eine andere. Es ist eine fantastische Herausforderung, gegen den Weltmeister zu spielen. Und wir haben ein klares Ziel vor Augen.»

Letzter Sieg vor 16 Jahren

Vom Duell mit der Top-Nation Italien, die letztmals am 1. Mai 1993 (0:1 in Bern) gegen die Schweiz verloren hat, erhofft sich der Coach weitere Aufschlüsse: «Das Spiel wird viele Antworten geben.» Zu klären wird sein, wo das Gros der Equipe dreieinhalb Wochen vor dem kapitalen Heimspiel gegen die Griechen in der WM-Qualifikation steht.

Hitzfeld erwartet einen Test unter Wettkampfbedingungen, zumal die Squadra Azzurra nach zuletzt unzureichenden Vorstellungen beim Confed-Cup in Südafrika (0:1 gegen Ägypten und 0:3 gegen Brasilien) spürbar um eine Imagekorrektur bemüht sein wird. «Ich gehe davon aus, dass die Italiener nach ihren letzten Niederlagen gereizt sind.»

Nach einer starken Serie von fünf Siegen und einem Remis wollen die Schweizer ihre Fortschritte bestätigen und eine Trendwende verhindern. In der WM-Ausscheidung waren sie dem Druck seit der epochalen Pleite gegen Luxemburg ausnahmslos gewachsen. Gegen die Azzurri wird Hitzfeld genau beobachten, wer wenig Fehler macht und mit der Nervosität umzugehen weiss. Im psychologischen Bereich hat der deutsche Startrainer generell eine positive Entwicklung geortet: «Nach den Spielen gegen Israel und Luxemburg hat sich das Team mental verbessert. Ein selbstbewusster Auftritt ist wichtig.»

Keine personellen Experimente

Allzu viele Rochaden wird Hitzfeld zu Beginn nicht vornehmen. Mit der bewährten Mittelfeldkette Padalino, Huggel, Inler und Barnetta ist zu rechnen. Im Sturm sind Captain Frei und Nkufo ohne Vorbehalte gesetzt. In der Defensive ist nur eine Änderung geplant: Philipp Degen, der Rückkehrer aus Liverpool, wird den gegen die Griechen gesperrten Lazio-Verteidiger Lichtsteiner ersetzen.

Degen hat zwölf unschöne Monate hinter sich. Verletzungen legten den Basler lahm. Nun hat er von Hitzfeld nach einer guten Vorbereitung mit den Reds erstmals ein Aufgebot erhalten. Dem 26-Jährigen attestiert der Trainer eine «gute körperliche Verfassung». Hitzfeld verknüpft das Bewerbungsdossier Degens aber auch damit, «wieviele Spiele er in der Saison bis zur Partie gegen die Griechen macht».

Vorbild Buffon

In den Reihen der Schweizer wurde einem Akteur bereits am Montagabend im Berner Kursaal eine besondere Ehre zuteil: Die Fans wählten Diego Benaglio zum Spieler des Jahres. Über die spezielle Wertschätzung freute sich der Keeper des deutschen Champions Wolfsburg sehr. In den Vordergrund will er sich deshalb nun aber keineswegs drängen. Die Prämierung ist für Benaglio vor allem ein Zeichen dafür, die Karriere bislang erstklassig und auch «mit dem nötigen Glück» geplant zu haben. Einem weiteren Aufstieg steht derzeit nichts im Weg. Die Reizung unterhalb der Kniescheibe beeinträchtigt Benaglio nicht mehr, das Problem mit der Patellasehne ist längst behoben. «Ich bin bereit.»

Italien zieht auch Benaglio in den Bann, obschon ihn ausser eines italienischen Passes wenig zum Land seines Grossvaters verbindet. Den italienischen Torhüter Gigi Buffon betrachtet Benaglio als einen der Weltbesten. «Seine Ausstrahlung ist beeindruckend. Er ist eigentlich derjenige, der mir am besten gefällt.»

Die mögliche Aufstellung der Schweiz:

Schweiz: Benaglio (Wolfsburg); Philipp Degen (Liverpool), Senderos (Arsenal), Grichting (Auxerre), Magnin (VfB Stuttgart); Padalino (Sampdoria Genua), Inler (Udinese), Huggel (Basel), Barnetta (Leverkusen); Frei (Basel), Nkufo (Twente Enschede).

(si)

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