Letztes Geleit für Cook

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Letztes Geleit für Cook

Mehr als 700 Menschen haben am Freitag dem früheren britischen Aussenminister Robin Cook die letzte Ehre erwiesen.

Bei dem Trauergottesdienst in der Kathedrale von Edinburgh pries Schatzkanzler Gordon Brown das rhetorische Talent und den scharfzüngigen Humor seines ehemaligen Kabinettskollegen, der die Regierung Anfang 2003 aus Zorn über deren Irak-Politik verlassen hatte. Cooks langjähriges Wirken als Abgeordneter bezeichnete Brown als «Lehrstunde in effektiver Eloquenz, die neuen Glauben in die Demokratie selbst bewirkte».

Neben Brown nahmen mehrere weitere Kabinettsmitglieder und der deutsche Aussenminister Joschka Fischer an dem Gottesdienst in der Kathedrale St. Gile's teil, nicht aber Premierminister Tony Blair, der derzeit im Ausland Urlaub macht. Cooks langjähriger Freund John McCririck kritisierte Blairs Abwesenheit scharf. Es sei ein moralisches Versagen, «zu beschliessen, weiter zu schnorcheln statt seine Pflicht zu tun». Der Premierminister brüskiere damit nicht nur Cooks Familie, sondern auch Millionen von Labour-Wählern.

Der 59-jährige Cook war in der vergangenen Woche bei einer Wanderung in Schottland zusammengebrochen und starb an Herzversagen. Von 1997 bis 2001 diente er Blair als Aussenminister, danach als Mehrheitsführer im Unterhaus. Aus Protest gegen den sich abzeichnenden Irak-Krieg trat er im Frühjahr 2003 zurück.

Der Labour-Partei sei Cook dennoch treu geblieben, sagte Brown am Freitag. In der Art, wie er sich aus der Regierung verabschiedet habe, habe sich Cooks wahre Grösse offenbart. Seinen Rücktritt hatte Cook damals mit einer Rede begründet, die ihm stehende Ovationen sogar von Anhängern des Irak-Kriegs einbrachte.

«Robins Tod hinterlässt eine Lücke, die sich niemals wieder füllen lässt», sagte Brown. «Wir ziehen heute den Hut vor dem grössten Parlamentarier seiner Generation.» Viele Beobachter hatten erwartet, dass Cook ins Kabinett zurückkehren würde, sobald Brown Premierminister wird. Blair hat mehrfach versichert, dass er keine vierte Amtszeit anstrebe. (dapd)

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