Leuenberger beim Papst
Aktualisiert

Leuenberger beim Papst

Bundespräsident Moritz Leuenberger ist von Papst Benedikt XVI. zu einer Privataudienz im Vatikan empfangen worden.

Die beiden unterhielten sich über den Dialog zwischen den Religionen und das Verhältnis von Staat und Kirche.

Nur wenn der interreligiöse Dialog fruchtbar sei, könnten die verschiedenen Religionen friedlich zusammenleben, sagte Leuenberger nach der Audienz vor der Presse. Der Sohn eines protestantischen Pfarrers unterstrich zudem die Notwendigkeit der Ökumene zwischen den christlichen Konfessionen.

In den Beziehungen zwischen Staat und Kirche betonte Leuenberger die Aufgabe des Staates als Garant der Religionsfreiheit. Er sei jedoch überzeugt, dass die vollständige Trennung von Staat und Kirche die beste Lösung sei. «Denn wenn die Pfarrer vom Staat bezahlt werden, verlieren sie ihre Freiheit, diesen zu kritisieren», sagte Leuenberger.

Die Kritik, die der Vatikan in letzter Zeit zum Schweizer Partnerschaftsgesetz und zur Fristenregelung geäussert hatte, kam nicht zur Sprache.

«Quasi-theologische Diskussion»

Die rund 20-minütige Diskussion in der Bibliothek des Papstes sei auf einem hohen intellektuellen, «quasi-theologischen» Niveau geführt worden, sagte Leuenberger. Dabei hätten sich auch gleiche Wertevorstellungen zwischen dem Vatikan und der Schweiz ergeben, wie zum Beispiel die Überzeugung, dass Gewalt nie zu Frieden führen könne.

Leuenberger wird am Nachmittag noch an der feierlichen Vereidigung der 33 neuen Schweizergardisten auf dem Petersplatz teilnehmen. Diese stellt einen der Höhepunkte der Jubiläumsfeierlichkeiten dar, die bereits im Januar begonnen hatten.

(sda)

Deine Meinung