Aktualisiert 20.04.2007 17:44

Leuenberger fordert weltweite CO2-Abgabe

Umweltminister Moritz Leuenberger hat sich heute in Berlin erneut für eine weltweite CO2-Abgabe ausgesprochen. Damit soll eine «2000-Watt-Gesellschaft» ermöglicht werden.

Eine solche Gesellschaft sei ohne Einbusse bei Mobilität und Komfort möglich, sagte Leuenberger an einer Konferenz vor seinen Amtskollegen aus den EU- und G8-Staaten. Es sei möglich, wenn die sparsamsten Geräte und die besten Technologien für den Verkehr angewendet würden.

Zunächst müsse der Energieverbrauch sichtbar werden, führte der Umweltminister aus. Nötig seien Standards für Niedrig-Energie- Häuser und Deklarationspflichten auf allen Produkten.

Politischer Wille nötig

Weiter brauche es den politischen Willen, um Energiesparprogramme durchzusetzen. So sollten Wärmepumpen, Biogas, das 3-Liter Auto und Hybrid-Fahrzeuge eingesetzt werden. Die Wirtschaft sei in der Lage, diese Vorgaben zu erreichen. «Und ist sie nicht willig, braucht es Gesetze», sagte Leuenberger.

Eine weltweite CO2-Abgabe könne ein Impuls sein, um die Ziele zu erreichen. Damit würde die fossile Energie verteuert und ein Anreiz zum Energiesparen geschaffen.

Es werde viele Einwände gegen eine CO2-Abgabe geben, sagte Leuenberger weiter. In der Schweiz habe es Jahre gebraucht, um vom Ziel zum konkreten Beschluss zu kommen. Und es sei erst eine Abgabe auf Brennstoffen, nicht auf Treibstoffen, die hauptsächlich CO2 ausstossten.

Die Klimaerwärmung werde aber in den nächsten Jahrzehnte gewaltige Kosten verursachen. Mit einer weltweiten CO2-Abgabe könne die Erwärmung hingegen gebremst werden.

Die von der deutschen EU- und G8-Präsidentschaft organisierte Konferenz in Berlin wollte den internationalen Dialog über Energie- Effizienz fördern. An der Tagung wurden verschiedene Konzepte für eine effizenten Nutzung von Energie vorgestellt und besprochen.

Bei der «2000-Watt-Gesellschaft» handelt sich um das ehrgeizigste von vier Szenarien aus dem Eidg. Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) für die Energieperspektiven 2035. Das von der ETH entwicklelte Konzept umfasst eine starke Reduktion des Energieverbrauchs und den Ausbau der erneuerbaren Energien.

(sda)

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