Leuenberger kritisiert USA
Aktualisiert

Leuenberger kritisiert USA

Bundespräsident Moritz Leuenberger kritisiert die USA wegen deren Klimapolitik. Um die Klimakatastrophe aufzuhalten, bräuchte es einen einheitlichen internationalen Willen, dieser sei aber in den USA nicht vorhanden.

«Meine Kritik richtet sich an die Administration Bush», erklärt Leuenberger in einem Interview im «Blick». «Solange sie an der Macht ist, werden die USA das Kyoto-Protokoll zum Klimaschutz nicht unterschreiben.» Die Situation sei dramatisch. «Wenn man Felswände und Wanderwege sperren muss, weil die Berge bröckeln, dann stimmt tatsächlich etwas nicht mehr».

Auch auf Schweizer Ebene sieht der Bundespräsident beim Klimaschutz Verbesserungsmöglichkeiten. Wenn er alleine bestimmen könnte, würde er nach eigenen Angaben die Erträge der CO2-Steuer ausschliesslich für Investitionen in CO2-reduzierende Massnahmen stecken. Weiter plädiert er für Partikelfilter.

«Stellvertreterkrieg»

Leuenberger äussert sich in dem am Samstag publizierten Interview auch zum Nahost-Konflikt. Dass der Libanon für einen «Stellvertreterkrieg zwischen Israel, Hisbollah, Syrien und Iran» herhalten müsse, sei ein «gigantisches menschliches und politisches Drama», sagt er.

Zum Widerstand gegen die vom Bundesrat geplante Verschärfung des Asylgesetzes im Vorfeld der Abstimmung äussert sich der Bundespräsident positiv. «Es ist gut, dass diese Diskussion geführt wird. So kann jeder sein eigenes Gewissen schärfen und dann entscheiden.» Die bundesrätliche Linie verlasse er «ganz bewusst nicht».

(sda)

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