Leuenberger lobt Schweizergarde
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Leuenberger lobt Schweizergarde

Bundespräsident Moritz Leuenberger hat am offiziellen Festakt zum 500-jährigen Bestehen der Schweizergarde im Vatikan den Gardisten für ihre Treue gedankt. Er lobte die Gardisten als Garanten für den Frieden.

«Die Schweizer Garde ist heute sicher die schwächste Armee auf der ganzen Welt, dafür aber der wirksamste Sicherheitsdienst», sagte Leuenberger am Freitagabend gemäss Redetext an der Feier im Vatikan.

Die Garde symbolisiere ihre Treue durch alle Wandlungen der Zeit. Dabei blickte Leuenberger auf die zurückliegenden 500 Jahre. Seither habe sich viel geändert. In dieser Zeit hatte die Garde 33 Kommandanten, welche für den Schutz von 50 Päpsten zuständig waren.

Nur einmal Papst

Und in dem halben Jahrtausend gab es 158 Schweizer Bundespräsidenten, erinnerte der derzeitige Amtsinhaber. Im Gegensatz zum Papst wechselten sie jährlich, aber dafür könnten sie zweimal Bundespräsident werden. «Papst wird man nur einmal», sagte Leuenberger.

In all dieser Zeit sei die Garde abseits aller militärischen Gewalt im Dienste des Friedens gestanden, würdigte der Bundespräsident die Arbeit der Gardisten. Zudem erinnere ihre Hellebarde schon beinahe an Pflugscharen, die früher Schwerter waren.

Auch für die Zukunft der Menschheit sei es wichtig, den seit Jahrhunderten weitergegebenen Werten treu zu bleiben. «Wir danken ihnen für ihre Treue», schloss Leuenberger.

Bischöfe, Politiker und Ehemalige

Am Festakt im grossen Audienz- und Konzertsaal «Aula Paolo VI.», der rund 8000 Personen Platz bietet, nahmen nahezu alle Mitglieder der Schweizer Bischofskonferenz (SBK), Vertreter von Kantonsregierungen sowie alt Bundesrat Flavio Cotti als Präsident der Schweizergarde-Stiftung teil.

Auch etliche der ehemaligen Gardisten, welche am Donnerstag ihren Gedenkmarsches von Bellinzona nach Rom beendet hatten, wohnten der Zeremonie bei.

Privataudienz

Am zweiten Besuchstag im Vatikan nimmt Bundespräsident Leuenberger am Samstagmorgen dem Pontifikalamt von Papst Benedikt XVI. im Petersdom teil. Chöre und Orchester aus Zürich, Luzern und Freiburg umrahmen die Messe musikalisch.

Dabei werden auch Teile der Krönungsmesse und andere Werke von Wolfgang Amadeus Mozart aufgeführt, ein musikalisches Geschenk der Schweiz an Papst Benedikt XVI., der ein grosser Verehrer Mozarts ist.

Anschliessend wird Leuenberger vom Papst zu einer Privataudienz empfangen. Zum Abschluss der Feierlichkeiten folgt in Anwesenheit des Bundespräsidenten die Vereidigung von 33 neuen Gardisten.

Premiere auf dem Petersplatz

Diese findet erstmals nicht im Damasushof des Apostolischen Palastes, sondern auf dem Petersplatz statt. Ein Feuerwerk in den Gardefarben gelb, blau und rot beschliesst den Feiertag.

Mit den Festivitäten wird an die Gründung der Garde vor 500 Jahren erinnert. Vor dem Hintergrund der damaligen italienischen Kriege kam die Garde durch einen Vertrag zwischen Papst Julius II. und den Kantonen Zürich und Luzern zustande.

Der 6. Mai ist der Jahrestag des «Sacco di Roma», der Plünderung Roms durch spanische und deutsche Landsknechte. 1527 starben hier 147 Gardisten. Traditionell legen die Soldaten an diesem Tag ihren Eid auf den Papst ab.

Leuenberger wird am Sonntag in Rom noch mit Romano Prodi, dem Sieger der italienischen Parlamentswahlen, zu einem informellen Treffen zusammenkommen. (sda)

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