Leuenberger schliesst neue AKW nicht aus

Aktualisiert

Leuenberger schliesst neue AKW nicht aus

Bundesrat Moritz Leuenberger fordert die Stromwirtschaft auf, alles Erdenkliche für Energieeffizienz und erneuerbare Energien zu unternehmen. Nur so lasse sich ein Volks-Ja für neue Kernkraftwerke finden.

Leuenberger bekräftigte in seiner am Kongress der Stromwirtschaft vom Dienstag verteilten Rede, die er wegen Grippeerkrankung nicht halten konnte, seine Abkehr von der SP- Energiepolitik: Zur Deckung der bevorstehenden Stromversorgungslücke «ist und bleibt die Option Kernergie offen». Das sei im Kernenergiegesetz so vorgesehen.

«Je nach Strom-Varianten-Mix muss ab dem Jahr 2025 auch auf die Kernenergie zurückgegriffen werden», hielt Leuenberger fest. Früher seien neue Kernkraftwerke ohnehin kaum zu realisieren.

Prioritär sei eine bessere Energieeffizienz, also beispielsweise Bauen nach Minergie. Sein Ziel sei es, dass Minergie rasch zum gesamtschweizerischen Minimalstandard erklärt werde.

Zudem müssten die erneuerbaren Energien ausgeschöpft werden. Ein erster Schritt sei die Einführung von kostendeckenden Einspeisetarifen. Es brauche aber zusätzliche Anreiz- und Fördersysteme.

Auch bei den grössten Anstrengungen verbleibe aber eine - wenn auch kleinere - Stromlücke. Ob es neue Atomkraftwerke geben werde, entscheide letztlich das Volk.

Um einen erneuten Scherbenhaufen wie beim 2002 abgelehnten Elektrizitätsmarktgesetz (EMG) zu vermeiden, «sollten wir bei den Energieperspektiven die Kumulation aller Möglichkeiten statt eine gegenseitige Blockierung anstreben», erklärte Leuenberger. (sda)

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