Aktualisiert 29.04.2008 17:24

«Leuenberger und Blocher sind brillante Redner»

Er moderierte einst die «Arena» am Schweizer Fernsehen. Nun ist Patrick Rohr Kommunikationsprofi. In seinem ersten Buch verrät er, wie das auch andere werden können.

von
Claudia Schlup

Herr Rohr, wie gross ist das Bedürfnis nach rhetorischem Nachhilfeunterricht?

Patrick Rohr: Sehr gross – und zwar quer durch ­alle Schichten. Von der Pflegefachfrau über den Banker und die Präsidentin des Turnvereins bis hin zu Politikern müssen in ihrem Leben alle einmal vor einem ­Publikum auftreten.

Ist rhetorisches Talent nicht angeboren?

Natürlich: Gewisse Leute haben weniger Mühe, sich vor Publikum zu exponieren als andere. Aber es gibt für jeden eine rhetorische Wergzeugkiste. Wenn man sich derer geschickt bedient, lässt sich enorm viel ­verbessern.

Das funktioniert aber nur, wenn man Zeit zum Üben hat.

Richtig, aber strukturiertes Sprechen kann man auch im Alltag üben. Ich rate zum Beispiel, jede Rede in drei Teile zu gliedern. Das lässt sich anhand von kleinen Beispielen täglich praktizieren.

Was sind die häufigsten Fehler, die Leute be­gehen?

Ich möchte das positiv formulieren: Gute Redner vermitteln eine klare Botschaft, sind authentisch und verfügen über eine klare, bildhafte Sprache.

Gibt es dafür Beispiele in der Schweiz?

Einen brillanten Redner finde ich Moritz Leuen­berger. Wenn ihm Themen liegen, ist er witzig, selbstironisch und vermittelt überdies eine Aussage. In­Sachen Authentizität ist Christoph Blocher sehr stark. Er macht eigentlich viel falsch, zum Beispiel rudert er ständig mit den Armen, aber weil er sich selbst bleibt, kommt er trotzdem gut an.

«Reden wie ein Profi»

Im Buch «Reden wie ein Profi» gibt der langjährige Journalist und TV-Moderator Patrick Rohr, der heute eine Kommunikationsfirma hat, Tipps für kompetente Auftritte im Berufs- und Privatleben. Der Rhetorik-Ratgeber ist im Beobachter-Verlag erschienen und kostet 45 Franken.

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