Radio Energy ohne Konzession: Leuenberger: Wenig Chance für Radio Energy

Aktualisiert

Radio Energy ohne KonzessionLeuenberger: Wenig Chance für Radio Energy

Das Gericht hat das Todesurteil gefällt: Das Privatradio Energy Zürich (NRJ) steht definitiv ohne UKW-Sendekonzession da. Die vom Sender angestrebte Lösung mit einer Übergangskonzession hält Bundesrat Moritz Leuenberger für schwierig.

Eine zusätzliche UKW-Frequenz, die den nahtlosen Übergang zur digitalen Verbreitung via DAB& ermöglichen soll, wäre mit grössten juristischen und technischen Schwierigkeiten verbunden, sagte Leuenberger in einem Interview mit der Pendlerzeitung «News» vom Montag. Wenn Energy jedoch einen Vorschlag habe, werde man diesen prüfen.

Wie Leuenberger, Vorsteher des eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) weiter ausführte, müsste jemand eine Frequenz abgeben. Doch davon wären wieder die Rechte anderer konzessionierter Radios betroffen. Diese könnten den Rechtsweg beschreiten.

Den Vorwurf, er sei der Totengräber von Radio Energy, wies Leuenberger mit dem Hinweis auf das revidierte Radio- und TV-Gesetz zurück. Das Parlament habe festgelegt, dass die beschränkten Frequenzen nach vorgegebenen Regeln verteilt werden. Davon habe Roger Schawinskis Radio 1 profitiert.

Radio Energy Zürich ist mit heutigem Konzept seit August 2003 auf Sendung und beschäftigt 60 Mitarbeitende. Es gehört zu 51 Prozent dem Ringier-Konzern und zu 49 Prozent zur französischen NRJ Gruppe, dem grössten europäischen Radiokonzern. Täglich schalten den Sender rund 277 000 Hörer ein. Kommt bis Ende Jahr keine Lösung zu Stande, muss der Sender den Betrieb einstellen.

(sda)

Die Folgen der Konzessionsvergabe

sind für die Radio- und die Fernsehsender unterschiedlich:

Radiosender

Da UKW-Frequenzen für die drahtlose terrestrische Verbreitung von Radioprogrammen knapp sind, vergibt das Uvek zum Beispiel für das Sendegebiet Zürich-Glarus nur drei Konzessionen.

Für den abgewiesenen Sender Radio Energy bedeutet das faktisch das Aus, obwohl er sein Programm auch via Internet, Kabel oder Digital Audio Broadcasting (DAB) verbreiten könnte. DAB ist zukunftsträchtig, erreicht aber zur Zeit noch entschieden zu wenig Hörer.

Fernsehsender

Eine Konzession benötigt eine Fernsehstation nur dann, wenn sie Gebührengelder beansprucht.

Da TeleZüri ohnehin nur Gebühren für die in der Konzession vorgeschriebenen Programmfenster für die Kantone Schaffhausen und Thurgau erhielt, erleidet der Sender gemäss Bakom-Angaben wegen der entgangenen Gebührengelder keine finanziellen Einbussen. Denn ohne Konzession darf der Sender auf diese aufwändigen Programmfenster verzichten. Zudem darf TeleZüri ohne staatliche Fesseln sein Verbreitungsgebiet selber bestimmen und über sein bisheriges Gebiet hinaus senden. Möglicherweise kann TeleZüri also im Analognetz bleiben und seine Position sogar stärken.

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