Leuenberger will Raser-Autos verschrotten
Aktualisiert

Leuenberger will Raser-Autos verschrotten

Bundespräsident Moritz Leuenberger macht die Autoindustrie mitverantwortlich für die Raserei auf Schweizer Strassen. Das Rasen müsse moralisch geächtet werden, was die Autohersteller aber noch nicht verstanden hätten.

«Solange es Autowerbung gibt, die auf unbeschränkte Freiheit und Geschwindigkeit oder auf die Verherrlichung von möglichst vielen PS setzt, haben viele ihre Mitverantwortung nicht begriffen», sagte Leuenberger in einem Interview der «SonntagsZeitung». Der Verkehrsminister plädierte nicht zum ersten Mal dafür, Raser härter und unmittelbar zu bestrafen: «Der notorische Raser, der mit Tempo 130 innerorts erwischt wird, soll mit ansehen müssen, wie sein geliebtes Auto abgeschleppt und verschrottet wird.» Grundsätzlich sei landesweit eine einheitliche Praxis für den Fahrzeugentzug bei massiven Tempoüberschreitungen anzustreben. Wenig hält der Verkehrsminister hingegen von PS-Limiten für Jungfahrer. Innerorts würden schon 70 Kilometer pro Stunde reichen, um einen Raserunfall zu verursachen.

Für härtere Strafen plädierte auch der Zürcher Staatsanwalt Jürg Boll. «Wenn ein Raser mit Autobahntempo durch eine Stadt jagt oder an einem Rennen auf öffentlicher Strasse teilnimmt, sollten wir ihm den Führerausweis für mindestens fünf Jahre entziehen», schrieb er in einem Beitrag für die Zeitung. Nach Ablauf dieser Frist solle der Raser nur ein PS-schwaches und leichtes Auto fahren dürfen. (dapd)

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